Neu im neuen Schuljahr : Mit 9+ doch noch zur Berufsreife

9+ verbindet  Unterricht mit berufspraktischen Elementen.
9+ verbindet Unterricht mit berufspraktischen Elementen.

Im vergangenen Schuljahr haben 65 Mädchen und Jungen den Abschluss der 9. Klasse nicht erreicht. Projekt kostet knapp eine halbe Million Euro.

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26. August 2015, 08:00 Uhr

65 Mädchen und Jungen, die im vergangenen Schuljahr den Abschluss der 9. Klasse nicht erreicht haben, bekommen jetzt eine neue Chance: 9+ heißt das Modell, das Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gestern zusammen mit anderen Neuerungen für das Schuljahr 2015/16 in Schwerin vorstellte. „Wir knüpfen damit an das freiwillige zehnte Schuljahr an Förderschulen an, mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben“, so der Minister. 9+ bedeute, dass, anders als bei einer kompletten Wiederholung der Jahrgangsstufe, nur die Fächer belegt werden müssten, in denen die Leistungen nicht ausreichend waren. Die derart frei werdende Unterrichtszeit solle für Praktika genutzt werden. „Dadurch wollen wir die Schüler motivieren, direkt nach der Schule eine berufliche Ausbildung zu beginnen“, so der Minister.

An insgesamt neun Schulen – in Gadebusch, Rostock, Ueckermünde, Greifswald, Waren, Neubrandenburg, Sanitz und zweimal in Schwerin – seien die Mindest-Gruppenstärken von fünf Schülern erreicht worden, so der Minister. Das Land investiere knapp eine halbe Million Euro in das Projekt.

Deutlich mehr als in den Vorjahren wird angesichts der wachsenden Flüchtlingszahlen auch in das Fach Deutsch als Zweitsprache (DaZ) investiert. Im neuen Schuljahr stehen dafür Brodkorb zufolge 23 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung, 19 an allgemeinbildenden und vier an beruflichen Schulen. Zwar würden diese Lehrkräfte noch nicht sofort zum Schuljahresbeginn benötigt, es sei aber wichtig, eine Handlungsreserve zu haben. Denn die Verteilung der Flüchtlinge erfolge sehr kurzfristig, ebenso kurzfristig müsste dann auch auf den zusätzlichen Unterrichtsbedarf reagiert werden. Bisher sei diese Herausforderung im Land problemlos gemeistert worden. Wenn es in der Zukunft doch einmal Schwierigkeiten geben sollte, so der Minister, sei er gerne bereit, sich persönlich einzuschalten. An die Abgeordneten der Opposition appellierte er, dieses Thema nicht politisch für den Wahlkampf zu instrumentalisieren.

Neu im neuen Schuljahr sind zudem die Rahmenpläne für Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch an der gymnasialen Oberstufe. Sie sorgen Brodkorb zufolge für mehr Vergleichbarkeit, weil mehr verbindliches Fachwissen vorgegeben wird.

Ausgebaut werden die außerschulischen Lernorte. An besonderen Standorten – der Minister spricht von „Leuchttürmen“ – wird das Land halbe oder sogar ganze Lehrerstellen finanzieren. Auch in den Ausbau von Ganztagsschulen fließt wieder Geld vom Land.

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