Mit 100 Titeln auf der Buchmesse

<strong>Gut aufgestellt</strong> will sich der Rostocker Hinstorff Verlag auf der Leipziger Buchmesse präsentieren. Conny Ledwig mit einer Auswahl an Neuerscheinungen. <foto>Georg  Scharnweber</foto>
Gut aufgestellt will sich der Rostocker Hinstorff Verlag auf der Leipziger Buchmesse präsentieren. Conny Ledwig mit einer Auswahl an Neuerscheinungen. Georg Scharnweber

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14. März 2013, 06:24 Uhr

Rostock | Es soll so etwas wie ein Heimspiel für den Rostocker Hinstorff Verlag werden: Die Leipziger Buchmesse. Mit 100 Titeln im Gepäck - darunter 15 Neuerscheinungen - ist der Traditionsverlag aus der Hansestadt seit gestern als einer der insgesamt 2000 Aussteller aus 43 Ländern in Leipzig zu sehen. Neben den maritimen Reiseführern und den Ostseekrimis präsentiert der Hinstorff Verlag auch wieder zahlreiche Kinderbücher. Eines von ihnen wurde jetzt sogar verfilmt.

Es ist die Geschichte der Prinzessin Clara, geschrieben von der Münchner Kinderbuchautorin Susanne Straßer. In "Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte" erzählt sie, wie Clara in den Märchenbüchern vergessen wurde und nun beschließt, dies zu ändern. Also küsst sie alle Frösche im Königreich, aber statt eines Prinzen bekommt sie nur Ausschlag am Mund. Zur Sicherheit verliert Clara auch gleich zwei goldene Schuhe, aber diese werden nicht von einem Prinzen auf einem Pferd zu ihr gebracht, sondern von einem fetten Mops gefressen. Der Film zum Buch läuft ab 23. Mai in den deutschen Kinos an. "Und wir dürfen in Leipzig exklusiv die ersten 20 Minuten zeigen", sagt Conny Ledwig von der Marketingabteilung des Hinstorff Verlags. Sie und ihre Kollegin versprechen sich mit der Verfilmung eine "unglaubliche Aufmerksamkeit".

Image-Pflege und Kontakt-Aufnahme

Schon seit Wochen laufen beim Hinstorff Verlag die Vorbereitungen für die Messe. In diesem Jahr werden sich die Rostocker auf einem 15 Quadratmeter großen Stand in Halle 3 präsentieren. Als Marktführer aus Mecklenburg-Vorpommern hat der Verlag seit Jahren einen festen Platz auf der Messe. Hier werden Händler getroffen, neue Autoren kennengelernt und Kooperationen geschlossen. Etwa 3000 Euro kostet der Messeauftritt für den Verlag. Ein Preis, der sich laut Ledwig mehr als lohnt, um das Image des Verlags zu formen.

"Wir wollen zunehmend der Verlag für den Norden werden", beschreibt Ledwig das Ziel für den Hinstorff Verlag. Und so sind neben Reiseführern und Bildbänden aus MV auch Publikationen aus Niedersachsen oder Schleswig-Holstein erschienen. Zuletzt der Kinder-Reiseführer für Friesland mit Wangerooge und Wilhelmshaven. Und auch mit der Reihe der "Ostsee-Krimis" soll dieses Profil geschärft werden.

Pünktlich zur Leipziger Buchmesse hat der Rostocker Verlag zwei neue Krimis aufgelegt. Sie spielen in Rostock und in Wismar. Durch die überraschend große Nachfrage stehe das Krimi-Programm neben Kinderbüchern und Reiseberichten im Mittelpunkt der Messe-Präsentation, so Ledwig. Bei "Mörder im Chat" von Frank Goykes wird ein Mann in der Schweiz Zeuge, wie ein Unbekannter während eines Online-Chats eine Rostocker Studentin umbringt. Die Suche der Polizei in der Hansestadt führt in den Plattenbau-Vorort Lütten Klein. Nach und nach kommen dunkle nachbarschaftliche Geheimnisse und ein aufregendes Doppelleben des vermeintlichen Opfers ans Tageslicht. In "Wellers Zorn" von Birgit Lohmeyer gerät der gutmütige Menschenfreund und Bewährungshelfer Uwe Weller an seine Grenzen: Einer seiner Klienten soll eine Architekturstudentin der Wismarer Hochschule mit Säure verätzt und erschlagen haben. Sofort stellt sich Weller auf die Seite des mehrfach vorbestraften Gewalttäters, doch seine Loyalität schwindet schnell, als er seine Frau durch einen Serienmörder bedroht sieht.

Insgesamt 15 Verlage und weitere sieben Institutionen und Einzelpersonen aus MV - wie die Ernst Barlach Stiftung oder die Hans-Fallada-Gesellschaft - präsentieren ihre Angebote bis Sonntag auf der Leipziger Buchmesse. Aus dem Nordosten stellen neben dem Hinstorff Verlag auch der Steffen Verlag Friedland, der Spica Verlag Neubrandenburg und der BS-Verlag aus Bargeshagen aus.

Mit eigenwilligen Leporellos reist der Ein-Mann-Verlag "Offizin Schwarze Kunst" aus Krakow am See nach Leipzig. "Ich habe erfreuliche Drucksachen im Gepäck, also Bücher, Grafiken und Drucke, die die Menschen erfreuen sollen", so Hans-Hilmar Koch. Er ist derjenige, der hinter dem Verlag steht. In Krakow am See betreibt Koch das Buchdruckerei-Museum und die Schauwerkstatt "Offizin Schwarze Kunst". Dort können Interessenten hautnah erleben, wie in den 20er- und 30er-Jahren gedruckt wurde. Daneben illustriert der Drucker auch Publikationen, wie zum Beispiel die "Bruchsteinverse" von Michel Diekert.

Lustige Karten zeigen viel und wenig Käse

Auf der Leipziger Buchmesse will Hans-Hilmar Koch vor allem seine Drucke, Grafiken und Karten präsentieren. "Ich möchte das Vertriebsnetz für meine guten und bösen Karten erweitern", so der Krakower. Dabei handelt es sich um von ihm gestaltete Karten, die Eigenarten von Menschen humorvoll aufs Korn nehmen. "Ich beobachte gerne Menschen und kommentiere ihr Verhalten", verrät der Künstler. Auf diese Weise entstanden rund 300 verschiedene Motive.

Eine seiner Lieblingskarten heißt "viel Käse gleich wenig Käse". Denn wenn man viel Käse habe, dann habe man auch viele Löcher und somit wenig Käse, erklärt Koch schmunzelnd. Eine andere Karte geht mit dem Verhalten von Beamten ins Gericht: "Beamte dürfen nichts annehmen, nicht einmal Verstand" - so lautet der Spruch, den das Druckwerk ziert. Neben den humorvollen Karten hat Hans-Hilmar Koch eine andere Besonderheit im Angebot: Auf alten Seekarten druckt er witzige Grafiken. "Thema ist meistens Katzen und Fische und ihr ambivalentes Verhältnis zueinander", so der Künstler. Auch das Wasser spiele bei diesen Grafiken eine Rolle. "Das passt zu den Seekarten und der Nähe zur Ostsee", erläutert Koch. Mit Typographien von Lyrik und Prosa auf Seide, möchte der Verlagsbetreiber ein künstlerisch interessiertes Publikum ansprechen.

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