Mecklenburg-Vorpommern trauriger Spitzenreiter : Mehr Jugendliche nach Vollrausch in der Klinik

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25 Prozent mehr Kinder und Jugendliche haben sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr besinnungslos betrunken.

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13. Dezember 2013, 21:30 Uhr

Alarmierende Zahlen aus dem Land: 25 Prozent mehr Kinder und Jugendliche haben sich 2012 im Vergleich zum Vorjahr besinnungslos betrunken. Damit gehört Mecklenburg-Vorpommern bundesweit statistisch zu den traurigen Spitzenreitern. In keinem anderen Bundesland ist der Anstieg an jugendlichen Komasäufern höher.

Endstation Krankenhaus hieß es nach Informationen der Krankenkasse DAK–Gesundheit hierzulande im letzten Jahr für insgesamt 358 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren. Sie kamen mit einer Alkoholvergiftung in eine Klinik. Besonders erschreckend sei der Anstieg bei den unter 15-Jährigen. Die Krankenkasse bezieht sich hierbei auf Daten des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt 82 der Rauschtrinker, die 2012 in einem Krankenhaus behandelt wurden, waren zwischen zehn und 15 Jahren alt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von fast einem Drittel. Einen deutlichen Anstieg beim Alkoholmissbrauch gab es jedoch auch bei den 15- bis 20-Jährigen. Hier kletterte die Zahl der Betroffenen um mehr als 23 Prozent von 224 auf 276 Jugendliche und junge Erwachsene.

Bundesweit nahm die Zahl der Komasäufer von 2011 zu 2012 nur um 0,4 Prozent zu, in den vergangenen zehn Jahren allerdings um fast 90 Prozent. Vor allem im Osten tranken 2012 im Vergleich zum Vorjahr mehr junge Leute bis zum Umfallen. Nach Mecklenburg-Vorpommern wurde der deutlichste Anstieg in Sachsen-Anhalt (plus 12,5 Prozent), Thüringen (+11,2), Sachsen (+9,5) und Berlin (+9,1) verzeichnet. „Die aktuellen Zahlen sind alarmierend“, erklärt Regina Schulz, Landeschefin der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. Um dem Alkoholmissbrauch bei jungen Menschen entgegen zu wirken, gibt es eine besondere Aktion. „Wir setzen unsere Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ auch 2014 landesweit fort“, so Regina Schulz. In Kürze werden die Schulen in MV angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen.

Der bundesweite Wettbewerb „bunt statt blau“ richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren. Sie sollen sich kreativ mit dem Thema Rauschtrinken auseinanderzusetzen. Bereits seit 2010 fordert die DAK–Gesundheit jedes Jahr junge Menschen dazu auf, Plakate mit Botschaften gegen das Komasaufen zu gestalten. Hierzulande folgen jährliche zahlreiche Schulen dem Aufruf.

Das beste Plakat aus MV gestalteten im letzten Jahr zwei Schülerinnen von der Rostocker Werkstattschule: Rike Bellmann und Barbro Wilcke überzeugten mit ihrer Formel „Selbst lenken statt ertränken“. Die beiden 15-Jährigen wurden dafür mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet. Auch in diesem Jahr winken wieder tolle Preise für die Teilnehmer. Unterstütz wird die Aktion von vielen Partnern, wie beispielsweise der Pop-Rock-Band Luxuslärm. Als eine der zahlreichen Schirmherren ist auch Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) Patin des Projekts.

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