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Verkehrsdelikte : Mehr Autofahrer im Drogenrausch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In diesem Jahr schon 1000 Bluttests in Mecklenburg - Neun von zehn Proben positiv

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Cannabis, Amphetamin, Cokain und immer häufiger auch wieder „Ecstasy“: Die Anzahl der im Straßenverkehr erwischten Drogenkonsumenten erreicht in Mecklenburg eine neue Qualität. „In diesem Jahr haben wir mit bislang 1000 untersuchten Blutproben von Drogenkonsumenten oder Personen, die als solche verdächtigt werden, bereits einen Höchststand erreicht“, konstatiert Jörg Nowotnik, Doktorand im Arbeitsbereich Forensische Toxikologie am Institut für Rechtsmedizin der Universität Rostock. Hier laufen entsprechende Untersuchungsaufträge aus der westlichen Landeshälfte auf, für den Osten des Landes ist die Rechtsmedizin in Greifswald zuständig.

Die Altersspanne der in Rostock positiv auf Drogen getesteten Personen lag zwischen 13 bis 53 Jahren. Unter den Alkoholkonsumenten war die jüngste Person 13, die älteste 91. Etwa 90 Prozent der erwischten Alkohol- und Drogensünder sind Männer.

Nowotnik hat nicht nur aktuelle Untersuchungsaufträge aus Mecklenburg zum Nachweis von Alkohol, illegalen Drogen und Medikamenten und deren Befunde analysiert, sondern auch etwa 40 000 Untersuchungen aus den Jahren 2001 bis 2012. Hierbei ging es nicht allein um Delikte im Straßenverkehr, sondern beispielsweise auch um Raub, Diebstahl, Körperverletzung, Sexualstraftaten oder Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Ein Ergebnis: Das Durchschnittsalter der erwischten Drogenkonsumenten ist von 22 auf 25 Jahre gestiegen. Auch bei den Alkoholkonsumenten gab es einen Altersanstieg – von durchschnittlich 32 auf 38 Jahre. Offenbar scheinen einige Alkoholkonsumenten auf Drogen umzusteigen, so Nowotnik. Denn Alkoholsünder würden meist eher erwischt als Drogenkonsumenten, weil der Nachweis von Alkohol unkomplizierter sei als der bestimmter Drogen. Untersuchungsaufträge in Bezug auf Alkohol sind in Rostock seit 1993 allerdings tendenziell rückläufig. „Bis zum Jahresende werden wir für 2014 nur noch etwa 2000 Blutproben auf Alkohol untersuchen“, so Nowotnik. 1993 seien dagegen jährlich noch über 7000 Blutuntersuchungen auf Alkohol vorgenommen worden.

In über 90 Prozent aller Fälle liegt die Polizei dem Wissenschaftler zufolge übrigens mit ihrem Verdacht richtig, wenn sie Verkehrsteilnehmer zur ärztlichen Blutentnahme führt. Das liege unter anderem an den intensiven Polizeischulungen. Darüber hinaus sei die Polizei besser mit Drogenschnelltests ausgestattet.

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