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Mangelnde Hygiene : Mängel in 7156 Betrieben entdeckt

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Ein vergammelter Salatkopf in der Vorratskammer oder ein dreckiger Spüllappen in der Gaststätte. Gibt es im Nordosten besonders viele Mängel oder besonders gründliche Kontrollen?

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erstellt am 03.Nov.2011 | 10:35 Uhr

Schwerin | Ein vergammelter Salatkopf in der Vorratskammer, ein dreckiger Spüllappen in der Gaststätte, eine lückenhafte Eigenkontrolle der Kühlkette. Immer wieder stoßen die amtlichen Lebensmittelprüfer in MV auf Missstände in Unternehmen, die mit Lebensmitteln arbeiten und handeln. Laut Landesministerium für Verbraucherschutz wurden 2010 in 43 Prozent der kontrollierten Betriebe Verstöße festgestellt - und damit weit mehr als im Bundesdurchschnitt (26 Prozent).

Gibt es im Nordosten also besonders viele Mängel oder besonders gründliche Kontrollen? Eine einzelne Begründung für diese Abweichung sei schwer auszumachen, heißt es im Ministerium. Eine Ursache könnten aber die unterschiedlichen Betriebsstrukturen in den Ländern sein, so die Vermutung. In den Vorjahren habe die Quote der Betriebe mit Verstößen im Land ebenfalls um 40 Prozent gelegen.

Landesweit nahmen die Prüfer im vergangenen Jahr 31 665 Ins pektionen in 16 685 Unternehmen vor. 7156 Betriebe verstießen gegen Auflagen. Am häufigsten wurde mangelnde Hygiene beanstandet. Daneben registrierten die Kontrolleure auch Mängel im "Hygienemanagement" sowie bei der Kennzeichnung und Aufmachung der Produkte.

Die Bandbreite der Verstöße ist groß, wie Lebensmittelexpertin Dr. Maria Dayen vom Verbraucherschutzministerium sagt. "Es kann sein, dass die gemessenen Temperaturen für die Kühlung nicht richtig dokumentiert werden oder dass sich die Produktion nicht zurückverfolgen lässt."

Von 7963 untersuchten Proben wurden 1046 beanstandet. Die Quote stieg damit auf 13,1 Prozent (Vorjahr: 11,6 Prozent). Die meisten Beanstandungen gab es bei Fleisch-, Wild- und Geflügelerzeugnissen, gefolgt von Eis und Dessert. Auch Verbraucher schickten im vergangenen Jahr Proben bei den Überwachern ein. Besonders unappetitlich: In einem Gemüsepfannen-Fertigprodukt fand ein Mann eine Kunststoffkappe mit Rückständen von Schmierfett. Ein anderer Verbraucher entdeckte Nagestellen in Krabbenchips - hier hatte schon eine Maus getafelt.

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