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Neuer Chef der Landräte : Machtkampf: Kärger gegen Christiansen?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landkreistag wählt Spitze neu / CDU will eigenen Kandidaten durchsetzen

von
erstellt am 21.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Machtkampf im einflussreichen Landkreistag: Der kommunale Spitzenverband wählt am nächsten Dienstag einen neuen Vorsitzenden. Der bisherige Chef, der Parchimer Landrat Rolf Christiansen (SPD), hat seinen Hut in den Ring geworfen. Aber CDU-Landeschef Lorenz Caffier will vor dem Hintergrund des dominierenden Wahlergebnisses seiner Partei bei den Kommunalwahlen im Mai einen CDU-Landrat an der Spitze des Verbandes. 33 Prozent hatte die CDU für die sechs Kreistage und zwei großen Stadtvertretungen nach Hause gebracht. Die SPD landete als dritte Kraft bei 18,9 Prozent. Die CDU ist seither in allen Kreistagen stärkste Fraktion, stellt alle Kreistagspräsidenten.

Doch bei den CDU-Landräten herrscht Unsicherheit, wer sich überhaupt bewerben wird. Ralf Drescher in Nordvorpommern hat abgewunken. Heiko Kärger in der Seenplatte, dem größten Landkreis Deutschlands, hat sich nach Informationen unserer Zeitung noch nicht entschieden. Caffier würde gerne Kärger an der Spitze des Landkreistages sehen, heißt es.

Aber auch Christiansen ist nicht unumstritten. Er benötigte bei der Wahl im 2009 zwei Wahlgänge, um die Stimmen für den Chef-Posten zu erhalten. Auch da war Heiko Kärger im 1. Wahlgang im Rennen. Am Dienstag sind bei 43 Stimmberechtigten – u. a. die sechs Landräte und sechs Kreistagspräsidenten – die Fronten zwischen SPD, Linker, CDU und FDP unklar. Letztlich könnte die CDU-Seite mit einer Stimme Mehrheit Heiko Kärger durchbringen. Aber vier Stimmberechtigte sind in ihrem Abstimmungsverhalten noch nicht absehbar. Allerdings muss Heiko Kärger dazu zunächst seinen Hut in den Ring werfen.

Der Landkreistag gilt als machtvolle Vereinigung. Mit der Kreisreform haben die Landräte zwar an Zahl verloren, von früher zwölf gibt es nur noch sechs. Nichtsdestotrotz gelang es der Kommunalfront, dem Land in den vergangenen drei Jahren 500 Millionen Euro zusätzliche Mittel abzutrotzen. Jedes Mal nach einer Kommunalwahl wählt auch der Spitzenverband neu. „Wenn es entschieden wird, dann auf oberster Ebene“, hieß es gestern.

 

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