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Schulsystem in MV : Leiten soll sich lohnen

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bildungsminister kündigt Zulagen für Schulleiter und ihre Stellvertreter an – Linke: Höhe nicht angemessen

svz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 21:15 Uhr

Leitungsverantwortung an einer Schule zu übernehmen, soll attraktiver werden. Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hat dazu in den letzten Monaten eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Gestern stellte er nun in Schwerin eine neue Zulagenregelung für Leitungsfunktionen an kleinen Schulen sowie für kommissarische Schulleiterinnen und Schulleiter vor.

Bislang war es nicht unbedingt lukrativ, eine Leitungsfunktion an einer der 518 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land zu übernehmen. Denn die damit verbundene Mehrarbeit wurde nicht immer angemessen und in nicht wenigen Fällen sogar überhaupt nicht vergütet. Dazu kam ein Bewerbungsverfahren, dem sich insbesondere ältere Pädagogen nicht mehr stellen mochten. So sind zwar gegenwärtig alle Leiter- und Stellvertreterpositionen an den Schulen des Landes besetzt. In rund 60 Fällen – eine genaue Zahl musste der Minister gestern schuldig bleiben – allerdings nur kommissarisch, und das zum Teil schon seit mehreren Jahren.

Rückwirkend zum 1. Januar soll kommissarische Leitungstätigkeit nun finanziell honoriert werden. Je nach Schulart und -größe bekommen stellvertretende Schulleiter, die diese Funktion mindestens sieben Monate lang ausgefüllt haben, zwischen 80 und 200 Euro monatlich als Zulage. Kommissarisch tätige Schulleiter erhalten ab dem achten Monat zwischen 130 und 400 Euro monatlich. Die genaue Höhe der Zulage ist auch bei ihnen an die Schulart und damit an die Entgeltgruppe gekoppelt. Schulleitern, die kommissarisch eine weitere Schule leiten, steht jetzt eine monatliche Zulage in Höhe von 300 Euro zu. In der Praxis, so Brodkorb, kommt das im Land momentan allerdings nur ein einziges Mal vor.

Von den neuen Zulagen sollen zudem etwa 200 Pädagogen im Land profitieren, die bisher die Aufgaben eines stellvertretenden Schulleiters oder einer stellvertretenden Schulleiterin ausübten, ohne dafür auch nur einen Cent mehr als ihre Lehrerkollegen ohne Leitungsfunktion zu verdienen. Insbesondere an kleineren Schulen auf dem Land sei das nicht selten der Fall gewesen, so der Bildungsminister. Jetzt wird in solchen Fällen eine monatliche Zulage zwischen 80 und 130 Euro gezahlt.

Brodkorb hofft, derart mehr Lehrer für die dauerhafte Übernahme von Leitungsfunktionen zu gewinnen. Dabei übt das Land durchaus auch leichten Druck aus: Wer sich trotz Aufforderung als kommissarischer Leiter nicht für die dauerhafte Übernahme der Funktionsstelle bewirbt, bekommt nur noch die halbe Zulage.

„Der Bildungsminister hat offenbar erkannt, dass Schulen eine qualifizierte Leitung brauchen, damit pädagogische Prozesse bestmöglich umgesetzt werden können, und setzt unsere Forderung endlich um“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Links-Fraktion im Landtag, Simone Oldenburg. Ihre Fraktion hätte nämlich schon seit zwei Jahren verlangt, die Gehälter solcher Schulleitungsmitglieder anzuheben, die sich nicht vom Gehalt der Lehrkräfte an ihrer Schule unterschieden. Auch jetzt bleibe das Land mit den Zulagen hinter seinen Möglichkeiten zurück. Oldenburg hätte sich nicht nur höhere, sondern vor allem auch dynamische Zulagen gewünscht. Perspektivisch müsse die Besoldung insgesamt neu geregelt und die arbeitsintensive Tätigkeit von Schulleiterinnen und -leitern sowie deren Stellvertretern besser anerkannt werden, fordert sie. Nötig seien zudem mehr Anrechnungsstunden.

 

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