Landheimen droht Leere

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08. Mai 2010, 09:11 Uhr

Schwerin | Schwere Zeiten für die Schullandheime in MV. "Bei uns waren mal 42 Heime Mitglied, heute sind es nur noch 15. Das zeigt schon, dass es uns Schullandheimen nicht so richtig gut geht", sagte gestern Bernd Karsten, Vorsitzender des Verbands der Schullandheime in MV. Deutschlandweit sinken in den rund 350 Einrichtungen die Übernachtungszahlen. "Immer weniger Lehrer sind bereit, mehrere Tage und Nächte mit ihren Schülern von zu Hause weg zu sein", sagte gestern Peter Krössinger, Vorsitzender des Bundesverbands der Schullandheime zum Auftakt einer Verbandstagung in Schwerin.

Während die drei Waldschullandheime in MV vom Land getragen werden und laut Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) finanziell abgesichert sind, befinden sich die übrigen 15 Einrichtungen in der Hand privater Träger - und sind laut Karsten auch auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen. "Wir wollen trotzdem unseren Beitrag für die Gesellschaft leisten", betonte Karsten gestern. Auf der Tagung beraten er und rund 100 weitere Vertreter von Schullandheimen aus ganz Deutschland noch mehrere Tage über neue, erlebnispädagogischen Projekte im Umweltbereich - auch mit dem Ziel, ein attraktives Ziel für Klassenfahrten zu sein.

Bildungsminister Henry Tesch (CDU) appellierte an die Schulen, das Angebot des außerschulischen Lernens in den Landheimen auch zu nutzen und betonte, dass die Gelder für die Reisekosten der Lehrer inzwischen fest im Landeshaushalt eingeplant seien. Statt 200 000 Euro seien ab dem kommenden Schuljahr 400 000 Euro im Etat dafür reserviert. Laut Krössinger ist das bei Weitem nicht in allen Bundesländern so. "Manche Länder übernehmen nur einen Teil der Kosten oder gar nichts - als ob die Lehrer auf der Klassenfahrt Urlaub machten."

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