Land macht Millionen für Dorf-Projekte locker

Till Backhaus
Till Backhaus

Hausbesitzer auf dem Lande können für Investitionen in die eigenen vier Wände künftig wieder mit Fördermitteln in Millionenhöhe rechnen: Zur Belebung der Konjunktur will Mecklenburg-Vorpommern die Sanierung dörflicher Anwesen finanziell unterstützen.

svz.de von
27. Dezember 2008, 01:58 Uhr

Schwerin | Das Land stockt den Förderetat auf: Finanzhilfen in Höhe von 57,1 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr in die ländlichen Räume fließen, kündigte Landwirtschaftsminister Till backhaus (SPD) an. Dafür würden Mittel aus dem europäischen Agrarfonds Eler von 2009 an auch für die private Dorferneuerung eingesetzt. 2008 waren bereits mehr als 45 Millionen Euro für Investitionen in die ländliche Infrastruktur und in die Dorferneuerung sowie die Grundversorgung im ländlichen Raum ausgelöst worden. Die Aufträge seien fast ausschließlich den regionalen Bau- und Handwerksfirmen zugutegekommen, so Backhaus.

Das Förderpaket ist Teil des Konjunkturprogramms, das Mecklenburg-Vorpommern im Dezember aufgelegt hatte. Mit dem Maßnahmebündel will das Land die vom Bund angekündigten Konjunkturhilfen ergänzen und für Wachstum in MV sorgen. Höchsten Stellenwert behalte die Investitionsförderung in den Betrieben der Land- und Ernährungswirtschaft, sagte Backhaus: "Alle Anträge, die den Förderkriterien entsprechen, werden auch künftig genehmigt werden", versicherte er. Seinen Angaben zufolge planen die Unternehmen für das kommende Jahr bislang Investitionen in Höhe von rund 125 Millionen Euro.

Der ökologische Landbau soll 2009 mit 15,5 Millionen Euro unterstützt werden. 120 000 Hektar würden in Mecklenburg-Vorpommern bereits nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet, das sei bundesweit ein Spitzenwert. "Ich appelliere an die landwirtschaftlichen Unternehmen, in ihren Investitionsbemühungen nicht nachzulassen. Zielgerichtete Investitionen fördern nicht nur eine positive Konjunkturentwicklung, sondern helfen den Unternehmen, sich am Markt zu behaupten", hob der SPD-Politiker hervor.

Trotz der zugesagten Hilfe halten sich die Unternehmen inzwischen aber zurück. Vor einem Jahr noch habe es einen Boom an Investitionen gegeben, hatte Bauernpräsident Rainer Tietböhl erklärt. Der Trend habe auch noch bis zum Herbst angehalten. Inzwischen würden aber immer mehr Unternehmen Investitionen verschieben, sagte der Verbandspräsident.

Noch lassen die Finanzhilfen ohnehin auf sich warten. Backhaus drängte auf eine schnelle Freigabe des Bundeshaushaltes. "Das wäre das beste Konjunkturprogramm", hatte er erklärt. "Für den Bürger ist es nicht nachvollziehbar, warum die Mittel aus dem Bundeshaushalt beispielsweise für die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz immer erst im späten Frühjahr freigegeben werde", kritisierte der Agrarpolitiker das langwierige Verfahren. "Letztlich gehen den Unternehmen drei bis vier Monate jährlich verloren." Würde der Haushalt "freigegeben, könnten sofort Bewilligungsbescheide ausgestellt werden", sagte Backhaus: "Wir sind auf alles vorbereitet."

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