Land in Sicht

<strong>Das Pipeline-Verlegeschiff 'Castoro 10'</strong> verlegt  im Greifswalder Bodden vor Lubmin Rohre für die Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream.<foto>dpa</foto>
Das Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" verlegt im Greifswalder Bodden vor Lubmin Rohre für die Ostsee-Erdgaspipeline Nord Stream.dpa

svz.de von
05. Juli 2010, 08:10 Uhr

Lubmin | Knapp drei Monate nach dem Baustart der deutsch-russischen Ostseepipeline im Seegebiet vor der schwedischen Insel Gotland hat der erste Anlandungsstrang europäisches Festland erreicht. Die etwa 1000 Meter lange Trassenröhre sei bereits am Sonnabend mit einer Hochleistungswinde von einem vor der Küste ankernden Verlegeschiff an den Strand von Lubmin bei Greifswald gezogen worden, teilte das Betreiberkonsortium Nord Stream gestern mit.

Zuvor waren an Bord des italienischen Verlegeschiffs "Castoro 10" mehr als 80 jeweils 12 Meter lange Rohrsegmente miteinander verschweißt worden. Der stündlich um 24 Meter wachsende Leitungsstrang wurde anschließend mit Schwimmkörpern versehen und über ein Stahlseil in Richtung Land gezogen. Nach der Positionierung seien die Schwimmkörper entfernt worden, sodass der Strang in einem zum Festland führenden Spundwandgraben zum Anlandepunkt gezogen wurde.

Damit liege man genau im Zeitplan, sagte Nord Stream-Sprecher Steffen Ebert. Inzwischen bewege sich das von Ankerziehschiffen positionierte Verlegeschiff bereits in den zentralen Greifswalder Bodden. Bis Mitte Juli sollen insgesamt 27 Kilometer Pipeline durch den Bodden zum offenen Meer vor Rügens Nordostspitze in einen vorbereiteten Unterseegraben versenkt werden. Schwimmbagger haben inzwischen etwa ein Viertel des Grabens fertiggestellt.

Am Anlandepunkt in Lubmin begannen Spezialisten gestern damit, die riesige Zugwinde für die Anlandung des zweiten Pipelinestrangs umzusetzen. Voraussichtlich in zwei Wochen soll das Spezialgerät mit einer maximalen Zugkraft von 500 Tonnen auch die Parallelleitung zum Standort der künftigen Anlandestation ziehen.

Von Lubmin aus soll ab Ende 2011 das erste sibirische Erdgas durch die ebenfalls in Bau befindliche Ostseepipeline-Anbindungsleitung (OPAL) nach Südeuropa fließen. Bislang sind von der nach Sachsen führenden, insgesamt 470 Kilometer langen Trasse rund 160 Kilometer verlegt worden. Bis August soll auch ein 188 Meter langer sogenannter Mikrotunnel fertiggestellt sein, durch den zwei Röhren unter den Lubminer Hafen geführt werden.

Auch auf offener See gehen nach Betreiberangaben die Bauarbeiten zügig voran. Seit dem Baubeginn Anfang April habe das Verlegeschiff "Castoro 6" nordöstlich von Gotland bereits 190 Kilometer Pipeline verlegt. Das Schiff habe inzwischen finnische Seegewässer erreicht, sagte Ebert. Der erste 1220 Kilometer lange Trassenstrang durch die Ostsee soll Ende kommenden Jahres in Betrieb gehen.

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