Krisentreffen in Schwerin : Land bleibt hart: Aus für Südbahn

Der Streit um die Zukunft der Südbahn zwischen Parchim und Malchow verschärft sich.

svz.de von
09. März 2014, 22:06 Uhr

Regionalbahn auf dem Abstellgleis: Der Streit um die Zukunft der Südbahn zwischen Parchim und Malchow verschärft sich. Vor einer für Donnerstag von Bürgerinitiativen, Bund für Umwelt und dem Verkehrsclub Deutschland angekündigten Protestzug vor den Schweriner Landtag wollen Kreise, Kommunen und Bürgerinitiativen bei einem Krisentreffen mit Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) heute in Schwerin auf eine durchgängige Bahnlinie von Hagenow nach Neustrelitz drängen. Bisherigen Plänen zufolge will das Land Ende 2014 zwischen Parchim und Malchow den Bahnverkehr einstellen und Busse einsetzen. Der Grund: zu geringe Auslastung, zu hohe Kosten. So seien für den Ausbau des Streckenabschnitts 47,5 Millionen Euro notwendig. Der Betrieb eines Busses kostet das Land pro Kilometer rund zwei Euro, die Bahn je Kilometer rund zehn Euro. Das Land will damit bis zu vier der jährlich 10,5 Millionen Euro für den Betrieb der Bahnstrecke einsparen und in andere Netzteile stecken.

Eine Einigung ist nicht in Sicht: Pegel hatte im Vorfeld des Treffens noch einmal erklären lassen, eine Korrektur der Entscheidung stehe nicht zur Debatte. Man sei an einem konstruktiven Dialog über das Ersatzkonzept interessiert, sagte Ministeriumssprecher Steffen Wehner. Die Bahn-Bürgerinitiativen bleiben indes hart: Den Plänen lägen mangelhafte Verkehrsgutachten zugrunde. Sie sehen das Fahrgastpotenzial nicht ausgeschöpft. Statt zu kürzen, müsse das Angebot erweitert werden. Der durchgehende Betrieb der Strecke müsse für zwei weitere Jahre bestellt und die Attraktivität der Linie verbessert werden – u. a. mit der Anbindung von Plau an die acht Zugpaare der Südbahn und der Fahrt eines Spätzuges, forderten sie im Vorfeld des Spitzentreffens. Den Anhängern der Südbahn zufolge sind Investitionen von bis zu fünf Millionen Euro ausreichend. Damit bliebe es aber auf einigen Abschnitten bei Geschwindigkeiten von 30 km/h, halten Experten dagegen. Obwohl das Land davon ausgeht, dass sich mit dem Buseinsatz das Einzugsgebiet für den Personennahverkehr erweitern würde und zudem barrierefreie Fahrzeuge und die Fahrradmitnahme in den Sommermonaten zugesagt hat, halten die Bürgerinitiativen das Bussystem für ungeeignet. Es sei unbequem, Touristen nicht zumutbar und missachte die Interessen von Menschen mit Behinderung.

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