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Üppige Backhaus-Finanspritze für Mehlsackmuseum bringt Kunstgemeinde auf : Kunsthalle rügt Backhaus-Hilfe

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Die von Agrarminister Till Backhaus gezahlte üppige Finanzspritze von fast einer halben Million Euro für das nur 1000 Besucher zählende Mehlsackmuseum in Wittenburg bringt die Kunstgemeinde in MV auf.

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erstellt am 06.Jul.2011 | 07:39 Uhr

Schwerin | Förderfrust am Museumseingang: Die von Agrarminister Till Backhaus (SPD) gezahlte üppige Finanzspritze von fast einer halben Million Euro für das nur 1000 Besucher zählende Mehlsackmuseum in Wittenburg bringt die Kunstgemeinde in MV auf. So müsse die Kunsthalle Kühlungsborn mit 8000 Euro Kulturförderung auskommen, kritisierte Ausstellungsleiter Franz Norbert Kröger gestern die ungleiche Förderpraxis. "Bei 60 Veranstaltungen und neun Ausstellungen im Jahr ist das ein Witz." Dabei waren die Zuschüsse für das Kühlungsborner Kunsthaus zu Jahresbeginn vom Land sogar auf 2000 Euro zusammengestrichen, erst nach Protesten wieder aufgestockt worden. "An anderer Stelle werden aber Massen an Geld ausgegeben", kritisierte Kröger. In Kühlungsborn musste aus Geldnot sogar die Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Kunsthalle abgesagt werden.

Mehr Transparenz bei Förderentscheidungen

Dem 2008 eröffneten Mehlsackmuseum in Wittenburg in Backhaus Heimatkreis Ludwigslust waren für den weiteren Ausbau und die Sanierung des stadteigenen Gebäudes am Dienstag rund 471 000 Euro Fördermittel aus dem im Agrarministerium verwalteten EU-Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums zugesagt worden. Damit soll unter anderem die zweite Etage des alten Gebäudes wieder in den Originalzustand gebracht werden, kündigte der Museumgründer und Chef der Mühlenchemie GmbH Volkmar Wywiol an. Er hatte in den vergangenen zweieinhalb Jahren etwa 700 000 Euro privates Kapital in den Museumsbau gesteckt. Jetzt sollen nochmals 700 000 Euro investiert werden - zu zwei Dritteln finanziert von der öffentlichen Hand. 471 000 Euro: "Damit könnte die Kunsthalle Kühlungsborn die nächsten 10 bis 15 Jahre arbeiten", sagte Kröger. Förderentscheidungen müssten künftig transparenter werden, forderte er. Bislang sei nicht ersichtlich, ob Einzelpersonen entschieden oder eine demokratische Abstimmung erfolge. Auch müssten die sowohl auf das Bildungs- als auch das Wirtschafts- und das Agrarministerium verteilte Kulturförderung konzentriert und und nicht nur Theater sondern beispielsweise auch Kunsthallen stärker unterstützt werden.


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