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Zahl der Straftaten auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren : Kriminelle weichen ins Internet aus

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Sicherer in MV: Die Kriminalität ist auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. 129 489 Straftaten, 8645 weniger als vor einem Jahr und fast ein Dritel weniger als noch 2001.

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erstellt am 22.Mär.2011 | 08:43 Uhr

Schwerin | Sicherer in MV: Die Kriminalität ist auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. 129 489 Straftaten, 8645 weniger als vor einem Jahr und fast ein Dritel weniger als noch 2001 - die Sicherheit der Bürger und der zahlreichen Touristen in MV habe sich weiter erhöht, erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern bei der Vorlage der Kriminalstatistik 2010. Erstmals sei die Schwelle von 8000 Straftaten je 100 000 Einwohner unterschritten worden - um 158, im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 458. Grund für den erneuten Rückgang sei unter anderem auch die demografische Entwicklung. 60,1 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden, ein Anstieg der Quote um 0,5 Prozent. Damit liege MV im Vergleich der Bundesländer im oberen Drittel und über dem Bundesschnitt, sagte Caffier.

Wirkung hat der Einsatz der Polizei bei der Bekämpfung der Straßenkriminalität gezeigt. Da habe es in der Vergangenheit ein "deutliches Problem gegeben", erklärte Caffier. Im vergangenen Jahr sei die Straßenkriminalität - Diebstahl, Gewalttaten, Sachbeschädigung - um knapp zehn Prozent auf 28 942 gesunken. Im Vergleich: Vor zehn Jahren waren es noch 46 556 Delikte. Auch die Zahl schwerer Körperverletzungen um zehn Prozent zurückgegangen. Allerdings: Autodiebstähle nahmen um mehr als 20 Prozent, so genannte Wohnungseinbruchdiebstähle um knapp neun Prozent zu.

Weniger Straßenkriminalität, Körperverletzungen, aber deutlich mehr Internetkriminalität, Vermögens- und Fälschungsdelikte: Bei den Kriminalitätsfällen sei ein Strukturwandel erkennbar, sagte LKA-Chef Ingolf Mager. Im vergangenen Jahr waren erstmals mehr Straftäter in Betrügereien verwickelt als in Diebstähle. MV werde in Zukunft in stärkerem Maße mit Kriminalitätsformen konfrontiert, die sehr komplex und ermittlungsaufwändig seien, meinte Caffier. Jene Fälle seien schwer aufzuklären. So sei unter anderem eine Zunahme von Straftaten in elektronischen Medien zu erwarten. Darauf müsse sich die Polizei einstellen. Bereits im vergangenen Jahr seien die Fälle von Internetkriminalität um mehr als 30 Prozent auf knapp 4900 gestiegen. Am meisten kam es zu Betrugsfällen, sagte LKA-Chef Mager. Aber auch Beleidigungen, Bedrohungen im Netz und Stalking würden deutlich zunehmen. Die Polizei stellen sich darauf u. a. mit entsprechendem Personal darauf ein, erklärte Caffier.

Die sinkende Kriminalität sorgt für Anerkennung bei der SPD: Die Polizei habe hervorragende Arbeit geleistet, erklärte SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery. Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, warnt davor, sich auf der positiven Kriminalitätsstatistik auszuruhen. "Wenn die Überalterung bei Polizei und Kriminalpolizei nicht gestoppt wird, dann sieht die Bilanz bald anders aus", erklärte er gestern. Ein hoher Krankenstand sowie eine zunehmende Arbeitsverdichtung brächten viele Beamten schon an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.


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