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Erhöhung der Beiträge : Krankenkasse wird für viele teurer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Diverse Kassen erhöhen 2016 den Zusatzbeitrag. AOK Nordost bleibt bei 15,5

svz.de von
erstellt am 18.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Versicherte der Barmer GEK und der DAK Gesundheit müssen in Mecklenburg-Vorpommern wie in ganz Deutschland im kommenden Jahr mehr für ihren Krankheitsschutz bezahlen. Für Barmer-GEK-Versicherte fallen nach einem Verwaltungsratsbeschluss statt bisher 15,5 ab Januar 15,7 Prozent Beitrag an, der Zusatzbeitrag steigt von 0,9 auf 1,1 Prozent. Bei einem Brutto-Monatsverdienst von 2500 Euro macht das 5 Euro mehr aus.

Noch tiefer müssen Versicherte der DAK in die Tasche greifen: Die drittgrößte gesetzliche Kasse hebt den Zusatzbeitrag von 0,9 auf 1,5 Prozent an, der Gesamtbeitrag steigt damit auf 16,1 Prozent.

Bereits vor einer Woche hatte der Marktführer, die Techniker Krankenkasse (TK), den Zusatzbeitrag ebenfalls um 0,2 Prozent erhöht. Auch die Kaufmännische Krankenkasse (KKH, +0,3 Prozent), die Hanseatische Krankenkasse (HEK, +0,2 Prozent), die Salus BKK und eine ganze Reihe anderer Kassen werden 2016 teurer. Als Gründe geben sie Kostensteigerungen im Krankenhausbereich sowie durch weitere Gesetzesvorhaben der Bundesregierung an. In Zukunft, so warnt der Verband der Ersatzkassen (vdek), dürfte es noch größere Beitragssprünge geben. Bis 2020 könnten die Zusatzbeiträge auf zwei Prozent klettern, so vdek-Chefin Ulrike Elsner.

Zusatzbeiträge müssen Arbeitnehmer allein tragen. Nur bis 14,6 Prozent bezahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Kassenbeitrag jeweils zur Hälfte. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert diesbezüglich ein Umsteuern. Nötig sei die Rückkehr zu einer „gerechten Verteilung“ der Lasten, erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach gestern in Berlin. „Die Arbeitgeber müssen wieder paritätisch beteiligt werden“, forderte sie. Dann hätten sie ihrer Ansicht nach auch einen Anreiz, für eine vernünftige Kostenstruktur im Gesundheitswesen einzustehen. „Wir brauchen dringend eine Entlastung der Arbeitnehmer.“

Keine Mehrbelastung haben die Versicherten des regionalen Marktführers, der AOK Nordost, zu erwarten. Ihr Beitrag von 15,5 Prozent bleibt 2016 konstant. „Kaum ein Gesundheitsminister war so freigiebig und hat mehr Gesetze verabschiedet wie der derzeitige. Nun muss sich zeigen, ob damit echte Strukturreformen etwa in Krankenhäusern tatsächlich angestoßen worden sind und ob Kostenspiralen wie bei den Arzneimitteln wirksam eingedämmt werden können“, so AOK-Vorstandsvorsitzender Frank Michalak.

  Karin Koslik Seite 2

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