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"Kostendruck nimmt zu"

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Wird Autofahren immer mehr zum Luxus?

Peter Meyer: Die Gefahr ist tatsächlich sehr groß, die Preisentwicklung zeigt es. Benzin ist in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 50 Prozent teurer geworden, Diesel sogar um 72 Prozent. Eine durchschnittliche vierköpfige Familie muss heute für ihren Mittelklasse-Pkw bei einer Fahrleistung von 20 000 Kilometern rund 1800 Euro pro Jahr mehr bezahlen als vor zehn Jahren. Das zeigt: Der Kostendruck nimmt stark zu.

Der Preis für Dieselkraftstoff ist besonders stark gestiegen. Für wen lohnt sich ein Dieselfahrzeug überhaupt noch?

Der Diesel lohnt sich nach wie vor, besonders für Vielfahrer mit einem Mittelklassewagen. Wer mindestens 25 000 bis 30 000 Kilometer im Jahr unterwegs ist, für den rechnet sich der Diesel. Immerhin verbraucht ein Diesel-Pkw der Mittelklasse im Schnitt knapp zwei Liter weniger Kraftstoff auf 100 Kilometer als ein vergleichbarer Benziner.

Ist der Staat für die hohen Kraftstoffpreise verantwortlich oder die Preispolitik der Konzerne?

Die hohen Preise sind ganz maßgeblich durch Steuern verursacht. Es ist der Staat, der über die Energie-, die Öko- und die Mehrwertsteuer bei jedem Liter Benzin und Diesel deutlich mitverdient. Mehr als 60 Prozent der Rechnung für eine Tankfüllung Superbenzin wandern in die Kasse des Finanzministers.

Und ganz klar: Die Ölkonzerne lassen sicher keine Gelegenheit aus, an der Preisschraube zu drehen, wenn es sich denn am Markt durchsetzen lässt.

Welche Maßnahmen gegen Preistreiberei versprechen Erfolg?

Das Bundeskartellamt hat im Sommer erklärt, dass es Wettbewerbshindernisse auf dem deutschen Kraftstoffmarkt gibt und diese zu erhöhten Spritpreisen führen. Das Bundeswirtschaftsministerium ist gefordert, konkrete Vorschläge zu machen, wie das wettbewerbsrechtliche Instrumentarium verbessert werden kann. Die Probleme liegen vor allem an der marktbeherrschenden Stellung einiger weniger Mineralölkonzerne.

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erstellt am 08.Dez.2011 | 10:56 Uhr

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