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Bildungsministerium ändert die Verteilung der Gelder : Klassenfahrten auf neuem Kurs

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Über ein neues Finanzierungsmodell von Klassenfahrten hat das Bildungsministerium zum Ende des alten, rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres informiert.

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erstellt am 01.Jul.2011 | 09:09 Uhr

Schwerin | Über ein neues Finanzierungsmodell von Klassenfahrten hat das Bildungsministerium zum Ende des alten, rechtzeitig vor Beginn des neuen Schuljahres informiert. Künftig kann das Geld pro Schülernase und Schuljahrgang beantragt werden. "Wir haben einen Verteilmechanismus gesucht, der gerecht und praktikabel ist", sagt Udo Michallik (CDU), Staatssekretär im Bildungsministerium. Anlass, das System zu überdenken, gibt eine "Situation, mit der wir nicht zufrieden waren und sind".

Zum Dilemma geraten

Dass beim Thema Ausflüge und Exkursionen die Wünsche meist größer sind als die (finanziellen) Möglichkeiten, ist so neu nicht. In diesem Schuljahr indes gab es zusätzliche Schwierigkeiten durch die neuen gesetzlichen Regelungen zur Vergütung von Lehrerarbeitszeit bei Klassenfahrten. Über Jahre war es üblich, dass die meisten Lehrer auf ein zusätzlichen Entgelt verzichtet haben. Bis ein Lehrer vor Gericht durchgesetzt hat, dass künftig die gleiche Reisekostenerstattung wie für alle anderen Landesbediensteten gilt. Der Probelauf nach neuem Recht im abgelaufenen Schuljahr geriet zum Dilemma. Dabei hatte das Land das Budget für Klassenfahrten von 229 000 Euro im Jahre 2009 auf jeweils 429 000 Euro 2010 und 2011 angehoben. Hinzu kommen dann noch 120 000 Euro für eintägige Gedenkstättenfahrten. Das Geld war knapp, was sowohl von Elternvertretern und Schulen als auch von Reiseanbietern wie Landschulheimen und Jugendherbergen moniert wurde.

"Eine Schlussfolgerung war, dass eine klarere Steuerung nötig ist", sagt Udo Michallik. Anhand der neuen Schülersätze könne ein Schulleiter künftig genau ausrechnen, wieviel Geld seinen Klassen zur Verfügung steht und dementsprechend Fahrten planen und beim Staatlichen Schulamt beantragen. Sollten nicht alle Gelder abgerufen werden, seien "Nachsteuerungen" möglich. Zudem soll es Schulen erleichtert werden, zusätzliche Geldquellen, beispielsweise Sponsoren, zu gewinnen.

Die Spannbreite zwischen den Schulen ist allerdings gewaltig: Auf der einen Seite steht die kleine Landschule, in der die vierten und neunten Klassen zum Abschluss eine Klassenfahrt unternehmen - in einem Umkreis von 450 Kilometer, so hat es beispielsweise in Mühlen-Eichsen die Schulkonferenz bewusst festgelegt. Auf der anderen Seite steht das große, städtische Gymnasium, das gern und weit und viel reist, befördert durch den Druck spendabler Eltern. Bei allem Verständnis dafür, dass es im Fach Latein durchaus pädagogisch sinnvoll sein kann, mit den Schüler das alte Rom ansteuern, sieht Michallik die Unterschiede mit Sorge. Vielleicht müssten hier und da auch Traditionen und eingefahrene Wege verlassen werden, sagt er und verweist auf die vielen Geringverdiener, denen jede neue Klassenfahrt zu schaffen macht. Eine Überlegung, die sich ebenso gut auf dem Landeshaushalt übertragen ließe.

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