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Ehemalige Heimkinder : Kirchen zahlen, Land zahlt nicht

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Mit rund 58 000 Euro verteilt auf drei Jahre beteiligt sich die mecklenburgische Landeskirche am gestern gestarteten "Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975."

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erstellt am 03.Jan.2012 | 12:46 Uhr

Mit rund 58 000 Euro verteilt auf drei Jahre beteiligt sich die mecklenburgische Landeskirche am gestern gestarteten "Fonds Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975." Das bestätigte Pressesprecher Christian Meyer auf Anfrage unserer Zeitung. Auch die Pommersche Evangelische Kirche wird nach Angaben von Sprecher Rainer Neumann in den Fonds einzahlen. Der mit 120 Millionen Euro ausgestattete Fonds ist das wichtigste Ergebnis des "Runden Tisches Heimkinder", der in den letzten Jahren die teils skandalösen Zustände in den bundesdeutschen Heimen der Nachkriegszeit aufgearbeitet hatte. Er wird zu je einem Drittel von der Evangelischen und der Katholischen Kirche, dem Bund und den Ländern finanziert und soll ehemaligen Heimkindern Therapien und die Nachzahlung von Rentenansprüchen ermöglichen.

Da es sich bei dem Fonds um eine Hilfsmaßnahme für Heimkinder der ehemaligen Bundesrepublik handelt, beteiligen sich allerdings nur die West-Bundesländer und Berlin daran. Das Land Mecklenburg-Vorpommern zahlt wie die übrigen ostdeutschen Länder nicht. Eine vergleichbare Regelung für ehemalige DDR-Heimkinder steht noch aus. "Als Kirche denken wir, dass es sich bei dem Schicksal der ehemaligen Heimkinder um eine gemeinsame Last handelt, die nicht nur die westlichen Landeskirchen tragen sollten", sagt Kirchensprecher Christian Meyer. "Es ist ein Zeichen von Solidarität zwischen den Landeskirchen, dass sich auch die Mecklenburger an dem Fonds beteiligen."

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