Pflegefachkräfte : Keine Lösung bei Pflegenot in Heimen

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Verhandlungen über neuen Personalschlüssel auf Landesebene gescheitert

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04. Dezember 2014, 07:59 Uhr

Während sich in Bayern im statistischen Durchschnitt 41,27 Pflegekräfte um je 100 hilfebedürftige Heimbewohner kümmern, sind es in Mecklenburg-Vorpommern gerade einmal 30,83. Ändern wird sich daran in absehbarer Zeit nichts. Denn Verhandlungen über einen neuen Personalschlüssel, die die Träger der Pflegeeinrichtungen – die Liga der Verbände der freien Wohlfahrtspflege und der Verband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) – mit den Kostenträgern führten, sind jetzt nach mehr als einem halben Jahr gescheitert.

„Die Pflegekassen als einer unserer Verhandlungspartner hatten Entgegenkommen signalisiert“, so der bpa-Landesbeauftragte Sven Wolfgram. Allerdings waren auch sie nur auf ein Drittel der am Bundesdurchschnitt orientierten Forderungen der Leistungsträger eingegangen. Doch auch das hätte zumindest eine leichte Entlastung für die seit Langem am Limit arbeitenden Pflegekräfte gebracht. „Bayerische Verhältnisse hatten wir hier von vornherein nicht gefordert“, betont Wolfgram, „so viele zusätzliche Pflegekräfte gebe der Arbeitsmarkt überhaupt nicht her“. Dafür hätten die Kassen sich aber darauf eingelassen, mehr Personal auch im hauswirtschaftlichen Bereich sowie für Leitung und Verwaltung zu bewilligen. Erstmals sollte es außerdem einen Personalschlüssel für in der Praxisanleitung und Ausbildung tätige Mitarbeiter geben.

Doch die Kassen sind nicht der alleinige Kostenträger der Pflegeleistungen in Heimen. Auch die Träger der örtlichen und überörtlichen Sozialhilfe – die von vielen Heimbewohnern zur Sicherung ihres Lebensunterhalts bezogen werden muss – gehören dazu und haben entsprechend bei Verhandlungen über einen neuen Personalschlüssel ein Wörtchen mitzureden.

Sie aber verweigerten sich den Forderungen nach einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen schlichtweg. „Wir hatten auch die Ländräte angeschrieben, uns im Landespflegeausschuss geäußert und sogar die eigentlich gar nicht zuständige Sozialministerin um Unterstützung gebeten, doch es nützte nichts“, bedauert Michael Händel, Vorstandsvorsitzender der bpa-Landesgruppe. Nun müsse eine Schiedsstelle eingeschaltet werden. Das Ziel, schon ab Januar 2015 mehr Fachkräfte in Heimen beschäftigen zu können, rücke damit in weite Ferne, so Händel.

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