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Lehrer in MV : Kaum Interesse an Fortbildung?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schulen schöpfen Budgets seit Jahren nicht aus. Linke: Land stellt Etat zu spät bereit. Brodkorb weist Kritik zurück.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Das Land lässt sich die Fortbildung seiner Lehrer eine Menge kosten: Gut 2,134 Millionen Euro standen 2013 den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen für das Fortbildungsbudget zur Verfügung. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken Bildungsexpertin Simone Oldenburg hervor.

Die Schulen sollen mit diesem Geld in die Lage versetzt werden, individuelle Fortbildungsangebote, die auf die Bedürfnisse der Einzelschule abgestimmt sind, vor Ort zu finanzieren. Allerdings: Der 2013 bereitgestellte Betrag beinhaltete auch Mittel für die Lehrerfortbildung aus zurückliegenden Jahren, die nicht abgerufen worden waren. Denn die bereits seit dem Schuljahr 2010/11 an öffentliche Schulen ausgereichten Fortbildungsbudgets sind von Anfang an nie in vollem Umfang in Anspruch genommen. Auch 2013 wurden nur gut 660 000 Euro, also nicht einmal ein Drittel des zur Verfügung stehenden Geldes, abgerufen.

Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass Mittel für die Fortbildung von Lehrern an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen regelmäßig nicht abfließen, kritisiert Simone Oldenburg. Da regelmäßige Fortbildung der Lehrkräfte entscheidend für die Verbesserung der Qualität des Unterrichts ist, müsse dies unverzüglich geändert werden.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) hält die Kritik für abwegig, „weil sie verkennt, dass wir eine selbstständige Schule haben“. Die Schulen könnten mit den zur Verfügung gestellten Mitteln eigenständig wirtschaften und klug planen. „Dass manch eine Schule bewusst Geld anspart, um in bestimmten Schuljahren ganz besondere Fortbildungen für das Kollegium zu realisieren, ist nicht kritikwürdig. Es zeigt vielmehr, wie klug und verantwortungsvoll unsere Schulleiterinnen und Schulleiter mit den Steuermitteln umgehen“, so Brodkorb. Es gebe daher keinen Grund, an der bestehenden Regelung etwas zu ändern.

Simone Oldenburg hat allerdings ein andere Erklärung dafür, dass das Fortbildungsbudget nicht ausgeschöpft wird: „Die Mittel werden jeweils im Januar und August zugewiesen, wobei im Sommer der weitaus größere Teil zur Verfügung steht.“ Der späte Zuweisungstermin zum Schuljahresbeginn mache eine Planung der Schulen nahezu unmöglich. „Darüber hinaus gibt es keine Übersicht über die Anbieter von Fortbildungsmaßnahmen, so dass im Dschungel der Bildungsträger so manches gute Angebot den Lehrkräften gar nicht bekannt sein kann“, kritisiert die Linken-Politikerin.

Die Lösung läge auf der Hand: Künftig müssten Fortbildungsbudgets einmalig und bereits zu einem möglichst frühen Zeitpunkt im Jahr zugewiesen werden. Das schaffe Planungssicherheit für die Schulen.

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