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"Jörg" vermasselt den Start in die Ferien

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erstellt am 04.Jul.2011 | 06:36 Uhr

Schwerin/Rostock | So hat sich bestimmt niemand den Ferienbeginn vorgestellt. Blitze und starke Regenfälle haben gestern in fast ganz Mecklenburg-Vorpommern zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr geführt.

In Fleesensee (Kreis Müritz) fielen in den ersten drei Juli-Tagen mit 92 Litern Regen pro Quadratmeter etwa eineinhalbmal so viel wie in einem durchschnittlichen Juli insgesamt. Große Regenmengen hatte es am Wochenende in einem breiten Nord-Süd-Streifen im Land gegeben, während es an den östlichen und westlichen Rändern vergleichsweise trocken war. Dies zeigte sich beispielsweise im Uecker-Randow-Kreis mit nur 14 oder in Boizenburg (Kreis Ludwigslust) mit 16 Litern Regen pro Quadratmeter.

Gestern morgen schüttete es im Westen des Landes. "Die Regenmengen waren beeindruckend", sagte Gisbert Block von der Feuerwehr in Schwerin. Es habe auf der Insel Poel angefangen, ging weiter über Wismar und Schwerin bis in den Landkreis Parchim, "wie auf einem Lineal von Nord nach Süd", sagte Block. Diverse Keller seien vollgelaufen.

Blitz trifft das Wirtschaftsministerium

In Groß Stieten zwischen Schwerin und Wismar geriet am Morgen der Dachstuhl eines Hauses vermutlich durch einen Blitzschlag in Brand. Der heftige Regen verhinderte das Schlimmste. Einsatzkräfte mussten auch in Brandenhusen auf Poel einen Dachstuhlbrand nach einem Blitzeinschlag löschen. In beiden Fällen waren keine Menschen in Gefahr.

Ein Blitz schlug im Schweriner Wirtschaftsministerium ein und legte vorübergehend die Telefonanlage lahm. "Es hat gewaltig gerumst", hieß es aus der Pressestelle. Danach roch es stark nach verschmorten Leitungen. Feuerwehrleute kontrollierten am Vormittag das Dach, um einen möglichen Schwelbrand ersticken zu können.

In Binz auf Rügen rückten Feuerwehrleute aus, um Regenwasser von einer überfluteten Straße abzupumpen.

Die Station des Deutschen Wetterdienstes in Marnitz (Landkreis Parchim) hatte von Sonntag 6 Uhr bis Montag 6 Uhr 19,3 Liter Niederschlag je Quadratmeter gemessen. In einem privaten Regenmesser der Gemeinde hatten sich von Sonntag- bis Montagmittag sogar 35 Liter Wasser gesammelt.

Der Dauerregen hat im Landkreis Parchim unter anderem die Bauarbeiten am Wasser-, Schmutzwasser-, und Regenwasserkanalnetz in Mestlin zum Erliegen gebracht. "Da ist das Arbeiten unmöglich", hieß es - die Baufahrzeuge mussten wieder abrücken.

Auch die Feuerwehren waren im Einsatz. Die Parchimer Kameraden mussten beispielsweise in der Nacht von Sonntag zum Montag ausrücken. Kurz nach 23 Uhr gab es einige überschwemmte Straßen, so die Wallallee. "Wir haben die Gullydeckel aufgenommen, die darunter befindlichen Eimer von Dreck, vor allem von Lindenblüten, gereinigt", sagt Wehrführer Bernd Schröder. Die Parchimer Stadtwerke bestätigten, dass "vor allem die lindenlastigen Straßen" betroffen sind. Mitarbeiter und Partnerfirmen waren gestern damit befasst, dort für einen reibungslosen Ablauf der Wassermengen zu sorgen.

Ordentlich Krach mit "Hildegard"

Die Urheber der derzeitigen Wetter-Misere können die Meteorologen der Wetterkontor GmbH in Ingelheim am Rhein klar benennen: "Jörg" und "Hildegard". Das Tiefdruckgebiet "Jörg" hat sich über Osteuropa und Polen zusammengebraut und mit einem Tankstopp über der Ostsee den Weg nach Mecklenburg-Vorpommern genommen. Aus dem Zusammenstoß mit Hoch "Hildegard" - made über Großbritannien und Holland - schlugen Blitz und Donner. Nach Auskunft von Katrin Hannig vom Wetterkontor lässt sich allerdings vom verpatzten Juli-Auftakt noch nichts für den Sommer ableiten. Schon gestern Nachmittag habe sich der nasse "Jörg" in Richtung Süden davongemacht. Zwar bleibe es in den kommenden Tagen noch wechselhaft, danach seien aber durchaus wieder sonnigere Abschnitte zu erwarten. Zudem wird es wärmer.


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