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Elternzeit : Jeder fünfte Vater in Babyzeit

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Nur Ministerpräsident Erwin Sellering verzichtet auf Elternzeit. Zahl der Männer zu Hause steigt kontinuierlich.

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 07:45 Uhr

Immer mehr Männer in Mecklenburg-Vorpommern treten zeitweise für die Familie beruflich kürzer: Mehr als jeder fünfte anspruchsberechtigte Vater (21,1  Prozent) hat 2013 Elternzeit genommen. Das geht  aus statistischen Erhebungen  des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock hervor.  

Der prominenteste Neu-Vater im Land, Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD),  wird sich allerdings nicht einreihen. Er ist zwar sofort, nachdem  Ehefrau  Britta  am  Sonnabend  den gemeinsamen Sohn Matti Linnart zur Welt   gebracht  hat, in den Urlaub  gegangen. Elternzeit werde er jedoch nicht nehmen,  erklärte der Ministerpräsident gestern  auf Nachfrage. Er gehe  aber davon aus, dass seine Frau noch einmal eine besonders kräftige Unterstützung braucht, wenn sie nach einem Jahr wieder in den Beruf einsteigt. 

Generell  gilt seit 2007, dass Eltern, die in  einem Beschäftigungsverhältnis  stehen, bis zur Vollendung des dritten  Lebensjahres  des  Kindes einen  Anspruch auf Elternzeit haben. Elterngeld   bekommen sie  allerdings  maximal 14 Monate lang. Ein Elternteil kann dabei  höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen, zwei weitere – Vätermonate genannt  –  gibt es, wenn sich auch der andere Elternteil an der Kinderbetreuung beteiligt. 

Die Zahl der Männer, die nach der Geburt ihrer Kinder beruflich pausieren, habe sich seit 2007 kontinuierlich erhöht, so Lagus-Sprecherin Anja  Neutzling. Waren es im ersten Jahr nur 9,1 Prozent der  anspruchsberechtigten  Väter, die davon Gebrauch machten, mindestens zwei Monate lang mit  ihrem Baby  zu Hause zu  bleiben, stieg der Anteil schon 2008 auf 15,9  Prozent und auch danach immer weiter.

Gründe für die zunehmende Akzeptanz erfasst die Landesbehörde nicht, verweist aber auf eine Fachtagung im Herbst letzten Jahres in Schwerin. Deren Teilnehmer hatten konstatiert, dass die Wertschätzung des „hohen Gutes der Anwesenheit in der frühen Elternschaft“ bei Vätern wachse, je häufiger Männer diese Erfahrung machten.

Allerdings ist die Zeit, die Väter mit ihren Kindern verbringen, immer noch vergleichsweise gering. Im vergangenen Jahr nahmen Väter im Land durchschnittlich für 3,3 Monate Elternzeit. 2009 lag dieser Wert noch bei immerhin  3,6 Monaten.

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