Alkohol : Jeder dritte Mann trinkt riskant

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Bundesweite Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ startet auch in MV

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15. Juni 2015, 06:30 Uhr

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) weisen jeder dritte Mann (33,1 Prozent) und beinahe jede fünfte Frau (18,1 Prozent) in Mecklenburg-Vorpommern einen riskanten Alkoholkonsum auf. „Damit sind wir aber nicht die Spitzenreiter“, betont Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung (Lakost). In Nordrhein-Westfalen, aber auch in Sachsen und Thüringen werde laut RKI noch riskanter getrunken. Auch mit einem anderen Klischee räumt Siedelberg auf: „Alkoholiker sind nicht in erster Linie Assis. Problematische Trinkweisen nehmen mit dem Bildungsniveau zu.“

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge wird in Deutschland viel mehr Alkohol getrunken als in anderen Ländern. Jeder Deutsche über 15 Jahren konsumiert im Jahr 11,8 Liter reinen Alkohols. Weltweit liegt der Alkoholkonsum bei durchschnittlich 6,2 Liter reinen Alkohols.

„Alkohol? Weniger ist besser!“ lautet daher auch das Motto einer bundesweiten Aktionswoche, an der sich auch hier im Land zahlreiche Akteure beteiligen. Die Laskost lädt heute zu einer Fachkonferenz nach Rostock ein, auf der es um kommunale Alkohol- und damit auch Gewaltprävention geht. „Auf Landesebene können wir viel anschieben, aber letztlich muss die Arbeit vor Ort gemacht werden – da, wo zum Beispiel Feste gefeiert werden“, erklärt Siedelberg. Gute Erfahrunenn müssten deshalb ausgetauscht werden. In Rostock gebe es sie beispielsweise mit Suchtprävention auf dem Weihnachtsmarkt. In Schwerin hätten die Grünen in der Stadtvertretung angeschoben, das Motto des Altstadtfestes „Schwerin macht blau“ langfristig zu überdenken – auch das ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, so Siedelberg. Allerdings habe die Kreisgebietsreform viele gute Strukturen bei der Suchtprävention, vor allem auf dem Land, kaputt gemacht. Sie gelte es schnell wieder aufzubauen.

Fridjof Matuszewski, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Präventionsausschusses der Ärztekammer, weist auf die gesundheitlichen Folgen des Alkoholkonsums hin. Neben schweren Schädigungen der Nieren, der Leber und des Magen-Darm-Systems gehört auch das Risiko einer frühzeitigen Demenz dazu. Jeder Einzelne könne durch sein Vorbild dazu beitragen, diese Schäden zu vermeiden.

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