Mecklenburg-Vorpommern : Jäger wappnen sich gegen Schweinepest

Foto:
1 von 2

Seuchenprävention ist heute Thema der Landesdelegiertenkonferenz

svz.de von
01. März 2014, 08:00 Uhr

Wegen der drohenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest nach Mecklenburg-Vorpommern hat der Landesjagdverband (LJV) zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen. Jäger seien angehalten, noch wachsamer als sonst durch die Reviere zu gehen und auf totes oder krankes Wild zu achten, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes, Kati Ebel, gestern. Der Umgang mit der Tierseuche, die für Menschen keine Gefahr darstellt, ist auch ein Thema der heutigen Landesdelegiertenversammlung des Jagdverbandes in Linstow.

Mit mehr als 65 000 erlegten Wildschweinen im Jagdjahr 2012/13 leisteten die Jäger Ebel zufolge schon einen wichtigen Beitrag zur Seuchenprävention. Im Jahr zuvor waren nur 47 300 Schwarzkittel geschossen worden. Die Jäger haben „den Wildschwein-Bestand im Griff“, beteuerte Henning Voigt, Wildmeister und Leiter des Jägerlehrhofs des LJV. Er räumte aber ein, dass es regionale Unterschiede gibt. So hatten die Jäger in Nordwestmecklenburg trotz guter Jagderfolge stark gestiegene Wildschwein-Bestände beobachtet. Auch in den feuchten Peene-Niederungen war es in diesem milden Winter schwer, auf Jagd zu gehen.

Die Abschusszahlen reichten aber aus, um den Frühjahrsbestand im Land auf 15 000 bis 20 000 Wildschweine zu begrenzen. Diese Zahl der sich stark vermehrenden Schwarzkittel ist laut Wildbiologen für den Naturhaushalt angemessen. Begünstigt wird der Wildschwein-Nachwuchs nach Ansicht mancher Jäger durch die riesigen Felder, auf denen Mais für die Bioenergie-Gewinnung angebaut wird. Darin können sich Wildschweine bequem sattfressen und hervorragend verstecken. Mancher Landwirt weigere sich leider, Schneisen zu schlagen, um die Jagd zu erleichtern.

Zusätzliche Drückjagden, wie der kleine konkurrierende Ökologische Jagdverband (ÖJV) sie fordert, lehnt der Landesjagdverband ab. Drückjagden, bei denen viele Jäger an einem Tag in einem Revier gemeinsam jagen, sind in Mecklenburg-Vorpommern in der Regel nur im Herbst erlaubt. Eine Drückjagd pro 1000-Hektar-Jagdgebiet reiche aus, um den Wildbestand zu regulieren, sagte Voigt. Außerdem widersprächen sie dem Ruhebedürfnis des Wildes im Winter. Der Ökologische Jagdverband hingegen ist der Meinung, dass es auch zu viel Rot- und Damwild in Mecklenburg-Vorpommern gibt, das erhebliche Schäden in den Wäldern anrichte.

Zurückhaltung herrscht beim Landesjagdverband, wenn es darum geht, bleifreie Munition zu verwenden. Trotz zahlreicher Studien sei noch nicht nachgewiesen, dass das gesamte bleifreie Munitionsangebot für die Jäger ungefährlich sei und das Wild schnell und sicher töte, so LJV-Geschäftsführerin Kati Ebel. Umweltschützer verlangen seit langem, bleihaltige Patronen zu verbieten. Zahlreiche seltene Vögel wie die imposanten Seeadler hätten sich daran vergiftet. Auch seien zu viele Bleirückstände im Wildbret der menschlichen Gesundheit nicht förderlich. Agrarminister Till Backhaus (SPD) will ebenfalls offiziell weitere Studien abwarten und hofft auf eine bundesweite Regelung. Gleichwohl hat er die Jagd mit bleihaltiger Munition auf landeseigenen Flächen ab dem 1. April verboten.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen