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Ja zur "nachehelichen Solidarität"

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erstellt am 02.Dez.2012 | 07:01 Uhr

Berlin | Bei der Berechnung des Unterhaltes im Falle einer Scheidung soll künftig die Dauer einer Ehe stärker berücksichtigt werden. Einen entsprechenden Bericht der "Welt am Sonntag" bestätigte eine Sprecherin des Justizministeriums am Sonntag in Berlin.

Geschiedene Frauen können damit rechnen, mehr und länger Unterhalt von ihrem Ex-Mann zu bekommen, wenn sie lange verheiratet waren. Mit dem geplanten Gesetzentwurf erfolge eine Nachjustierung der Reform des Unterhaltsrechts von 2008, sagte die Ministeriumssprecherin. Die Rechtsexpertin der Unionsfraktion, Ute Granold (CDU), betonte: "Wir wollen, dass Ehefrauen, die vor langer Zeit geheiratet haben, im Fall einer Scheidung nicht ins Bodenlose fallen."

Mit der Neuregelung des Unterhaltsrechts vor fünf Jahren war die "nacheheliche Solidarität" auf ein Minimum beschränkt worden. Damit sollte die frühere Praxis nach dem Motto "einmal Chefarztgattin, immer Chefarztgattin" beendet werden, nach der ein Mann oft bis ans Lebensende zahlen musste, damit die Ex-Partnerin nach der Scheidung keine Abstriche machen muss. Denn bis zur Reform galt: Nach einer Scheidung musste der Partner Unterhalt zahlen, der während der Ehe für den Unterhalt oder den größten Teil davon gesorgt hatte.

Seit der Reform sind Ehepartner nach einer Trennung grundsätzlich selbst für ihren Lebensunterhalt verantwortlich. Mit den Änderungen beim Unterhaltsrecht wurde Frauen auch signalisiert, erwerbstätig zu bleiben, da sie durch eine Eheschließung allein nicht mehr abgesichert sind. Zumal inzwischen auch Maßnahmen auf den Weg gebracht wurden, um die Erwerbstätigkeit von Müttern zu erhöhen.

Durch die Neuregelung stehen aber vor allem die geschiedenen Ehefrauen deutlich schlechter da, die sich Jahre lang um Kinder und Haushalt kümmerten. Gerichte räumen ihnen dem Bericht zufolge zumeist nur für einige Jahre einen Unterhaltsanspruch gegenüber dem Ex-Mann ein. Viele Gerichte stellten allein darauf ab, ob sich für die Frauen ehebedingte Nachteile nachweisen lassen. Dies sei etwa der Fall, wenn eine Ehefrau nach Ausbildung und erfolgreichem Berufseinstieg die Karriere abbrach, weil sie Kinder bekam und zu Hause blieb.

Ab wann eine Ehe als langjährig einzustufen ist, bleibt offen.

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