Investoren in Heiligendamm siegen vor Gericht gegen Behörden

Die Strandvillen neben dem Grandhotel in Heiligendamm können nun saniert werden.
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Die Strandvillen neben dem Grandhotel in Heiligendamm können nun saniert werden.

Im ältesten deutschen Seebad Heiligendamm kann nach monatelangem Streit zwischen Investor und Behörden wohl weitergebaut werden. Das Verwaltungsgericht Schwerin entschied gestern, dass der Landkreis Rostock die vor über einem Jahr ausgelaufene Baugenehmigung für die Sanierung von sechs historischen Strandvillen neben dem Grand Hotel Heiligendamm verlängern muss. In dem Hotel hatte 2007 der G8-Gipfel stattgefunden.

Der Landkreis hatte die Baugenehmigung im Herbst 2012 mit der Begründung nicht verlängert, dass ein vorgesehenes Versorgungsgebäude für die in den Villen geplanten 90 Eigentumswohnungen noch nicht errichtet ist. Die Investoren argumentierten, erst müsse eine gewisse Zahl Wohnungen verkauft sein, ehe mit dem Bau des Servicegebäudes begonnen werden kann.

Investor ist die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH). Ein Sprecher begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Landkreis Rostock und die Stadt Bad Doberan könnten beim Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern in Greifswald die Zulassung der Berufung beantragen, teilten die Richter mit.

Die ECH will die insgesamt sieben Villen der „Perlenkette“ und die dahinter liegenden Kolonnaden sanieren und darin 90 Eigentumswohnungen mit hotelähnlichem Service einbauen. Die erste Villa mit dem Namen „Perle“, von der sich der Name „Perlenkette“ für die gesamte Reihe ableitet, ist bereits fertig. Sie war 2007 für den G8-Gipfel abgerissen worden und wurde in den vergangenen Jahren originalgetreu wieder aufgebaut. Alle Villen stammen aus dem 19.

Jahrhundert.

ECH ist eine Gesellschaft des Investors Anno August Jagdfeld. Die Jagdfeld-Gruppe hatte 1996 den Großteil der zu Heiligendamm gehörenden Immobilien erworben, die meisten davon in sehr schlechtem Zustand. Seither wurden rund 220 Millionen Euro investiert. Das Grand Hotel nahm 2003 den Betrieb auf, kam aber wegen zu geringer Gästezahlen nie in die Gewinnzone. Rund 1900 Anleger hatten in den geschlossenen Immobilienfonds „Fundus 34“ 135 Millionen Euro eingebracht.

Im Februar 2012 wurde für das Grand Hotel Insolvenz angemeldet. Im August 2013 erwarb der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Paul Morzynski aus Hannover das Ensemble. Hotel-Geschäftsführer Patrick Weber sprach jüngst von einem gelungenen Einstand.


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