Flüchtlinge in MV : Integration nur vor Ort

 
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Bei der Eingliederung von Flüchtlingen soll es in MV planvoller zugehen

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17. November 2015, 20:00 Uhr

Land, Kreise und Kommunen schließen sich im Interesse einer erfolgreichen Aufnahme von Flüchtligen in Mecklenburg-Vorpommern enger zusammen. Vier Wochen nach dem Flüchtlingsgipfel in der Staatskanzlei nahm die dabei vereinbarte Arbeitsgruppe „Integration“ gestern im Sozialministerium ihre Arbeit auf. „Integration ist eine Gemeinschaftsaufgabe, sie kann aber nur vor Ort gelingen“, sagte Ministerin Birgit Hesse (SPD) nach dem ersten Treffen mit Kommunalpolitikern, Mitarbeitern von Wohlfahrtsverbänden und Arbeitsagenturen sowie Vertretern anderer beteiligter Ministerien.

Laut Hesse wurden als Reaktion auf die deutlich angewachsenen Asylbewerberzahlen die Zuschüsse für die Migrantenbetreuung aufgestockt. Zusätzliches Geld gebe es auch für die Sprachförderung und den Aufbau einer Sprachmittlerzentrale. Dazu seien insgesamt rund 1,2 Millionen Euro nachträglich in den Etatentwurf für die Jahre 2016 und 2017 aufgenommen worden. Zuvor schon hatte die Landesregierung ihre Mittel für die Erstunterbringung der Flüchtlinge erheblich aufgestockt und auch Hilfen beim Aufbau zusätzlicher Kita- und Schulplätze zugesichert. Für die Integration in den Arbeitsmarkt würden Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) verwendet. Hesse betonte jedoch, dass sie bei den Mietkosten für Asylsuchende nach Abschluss der Verfahren den Bund in der Pflicht sieht.

Der Vorsitzende des Landkreistags, Landrat Rolf Christiansen (SPD), forderte „verlässliche Planungszahlen“. Nur wenn bekannt sei, wie viele Menschen in jeden der sechs Kreise und in die beiden kreisfreien Städte Rostock und Schwerin kämen, könnten diese auch ihre Kapazitäten in Kitas, Schulen und Horten danach ausrichten, den Schulverkehr organisieren sowie die Programme zum Spracherwerb und zur beruflichen Qualifizierung. „Die Aufnahme von Flüchtlingen ist für uns nichts Neues. In dieser Größenordnung aber ist Integration eine gewaltige Aufgabe“, sagte Christiansen.

Mecklenburg-Vorpommern hat in diesem Jahr schon mehr als 18 000 Asylsuchende aufgenommen. Der Großteil wurde bereits auf die Kommunen verteilt.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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