19-jährige Catalina Langer macht eine Weltreise : In 80 Tagen durch die Gärten der Welt

Dubai: Im Miracle Garden werden die Blumen spektakulär arrangiert.
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Dubai: Im Miracle Garden werden die Blumen spektakulär arrangiert.

Von Istanbul über Chicago nach Schwerin – die 19-jährige Catalina Langer wählte das Motto der Internationalen Gartenschau für eine Rundreise – am Dienstag kommt sie in Hamburg an.

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10. Mai 2013, 08:30 Uhr

Schwerin/Hamburg | Auf den ersten Blick wirkt die 19-jährige Catalina Langer eher zurückhaltend. Sobald sie aber von ihren Erlebnissen rund um die Welt erzählt, blüht sie auf und strahlt. "Ich habe so unglaublich viel gesehen und erlebt, das kann ich alles noch gar nicht richtig zusammenfassen." Denn die 19-Jährige hat innerhalb von 80 Tagen die Welt bereist. Inspiration bekam sie von dem Motto der Internationalen Gartenschau "In 80 Gärten um die Welt" und dem Buch von Jules Verne. "Nach dem Abi wollte ich unbedingt reisen. Durch das Gartenschau-Motto bin ich dann auf die Idee gekommen", erzählt die 19-Jährige.

Die Gartenschau lernte sie durch ein Praktikum in der Firma ihres Vaters kennen. Dessen Unternehmen Mitorganisator der Hamburger Gartenschau ist. Die Weltreise von Catalina begann am 24. Februar in Hamburg. Sie wollte nicht nur reisen, sondern anderen Menschen ihre Heimatstadt Hamburg und die Internationale Gartenschau näher bringen. "Eigentlich bin ich kein großer Garten-Fan. Ich habe höchstens mal meiner Mutter geholfen. Die Reise hat aber definitiv meine Sicht auf die Landschaften in den einzelnen Städten verändert."

Nachdem der Plan stand, ging es ans Packen und Organisieren. "Für die Reise habe ich mir ein ,Round the World’-Flugticket und ein Interrail-Bahnticket für die Ziele in Europa gekauft." Damit könne sie flexibel um die Welt reisen. Bei ihrer Routenplanung hat sie sich am Buch "In 80 Tagen um die Welt" orientiert. "Ich habe versucht mit jedem der Verkehrsmittel, die im Buch vorkommen zu fahren", erklärt sie. Und mit der Überfahrt von Rostock nach Kopenhagen kann sie auch die Fähre abhaken. Untergekommen sei Catalina vor allem über Kontakte bei Freunden und Bekannten oder in Hostels.

Vier bis fünf Tage verbrachte sie in einer Stadt. In Osaka, Japan, sogar eine ganze Woche. Dennoch war für die damals 18-Jährige das aufregendste Land Tansania. "Ich kannte dort niemanden und war ganz alleine. Das war schon heftig, als ich gesehen habe, wie die Menschen dort leben. Das ist eine ganz andere Welt, als in Deutschland", berichtet die 19-Jährige. Den schönsten Garten fand sie in Amsterdam: "Der botanische Garten dort war wunderschön - er war klein, einfach und auf den Punkt gebracht und nicht so voll gestopft." Aber auch den kleinen Gärten der Welt habe sie ihr Herz geschenkt. "In London habe ich durch Zufall einen ganz kleinen Park entdeckt - solche sind manchmal die allerschönsten", erzählt die Abiturientin träumerisch. Dies seien bloß zwei Gärten von vielen, die ihr im Gedächtnis blieben.

Denn sie bereiste auch Chicago, Istanbul, Dubai, Shanghai, Wien und Berlin. Auf dem Weg nach Kopenhagen legte sie einen Zwischenstopp in Schwerin ein. "Ich war vorher noch nie in Schwerin, aber das ist wirklich eine sehr schöne Stadt", sagt die 19-Jährige begeistert. Besonders die Altstadt, der Rundgang durch den Schlossgarten und der Blick auf das Schweriner Schloss habe sie beeindruckt. "Ich kann mir gut vorstellen, dass die Buga hier wunderschön war."

Durch die Reise konnte sie viel über andere Lebensweisen lernen. Bei einer Gastfamilie in Osaka hat sie aus erster Hand Eindrücke in diese andere Kultur bekommen. "Das Familienleben ist dort ganz anders. Dort gibt es keine körperliche Nähe, die küssen sich nicht auf der Straße oder umarmen sich mal. Was das angeht, haben wir in Deutschland ein komplett anderes Familienverständnis", so Catalina. Kontakt wolle sie mit der Familie über Facebook weiter halten.

Nicht nur das Familienleben in den asiatischen Ländern sei anders - viele Leute dort konnten kein Englisch. "Am ersten Tag in Shanghai wollte ich jemanden nach dem Weg zu meinem Hostel fragen, aber der hat mich nicht verstanden. Im Endeffekt haben wir uns mit Händen und Füßen verständigt", berichtet die 19-Jährige schmunzelnd. In den anderen Städten wäre das Englischsprechen kein Problem gewesen, sagt sie selbstbewusst. Das neue Selbstbewusstsein habe sie auch von ihrer Reise mitgenommen. Schließlich hatte sie in jeder Stadt Treffen mit Vertretern Hamburger Partnerstädte und Konsulate. "Das war schon aufregend, schließlich hat man nicht jeden Tag mit solchen Leuten Kontakt oder führt Interviews mit Medien." So war sie schon Gast bei einer live Fernsehshow. "Das war das Schwierigste. Es konnte ja nicht geschnitten werden", berichtet die Abiturientin. Genau diese Erfahrungen hätten sie gestärkt. "Ich denke, ich kann mich jetzt besser ausdrücken und habe einfach nicht mehr so viel Angst."

Aus diesem Grund empfehle sie jedem anderen jungen Menschen eine Reise ins Ausland. "Es muss ja nicht gleich eine Weltreise werden, wie bei mir, aber alleine im Ausland sollte jeder mal gewesen sein. Man lernt so viel über sich selbst, wie man mit Stresssituationen umgeht und so." Ihr Tipp für eine Auslandsreise: Immer offen und freundlich an die Menschen herangehen und nicht verzweifeln, nur weil etwas schief geht oder man die Sprache nicht so gut beherrscht.

Eine solche Phase hatte auch Catalina am Anfang ihrer Reise. "In Dubai hatte ich ziemliches Heimweh, weil die Stadt auch nicht so schön war. Und in Tansania fühlte ich mich teilweise nicht so wohl, weil die Menschen dort ganz anders leben und ich mich ganz schön umstellen musste." Andrerseits prägten genau diese Aufenthalte sie, denn dadurch wüsste sie, wie gut es ihr in Deutschland gehe.

Ganz alleine war sie auf ihrer Reise nicht immer. In Australien beispielsweise traf sie zwei Freundinnen aus der Schule. "Obwohl ich so weit gereist bin, habe ich doch jemanden getroffen. Das war komisch", so die Abiturientin. Nach den vielen Wochen auf anderen Kontinenten wäre sie froh gewesen wieder in Europa zu sein: "Man merkt sofort den Unterschied, hier umarmen sich die Leute wenigstens auf der Straße." Die erste europäische Stadt war Amsterdam, dort feierte sie ihren 19. Geburtstag. "Mein Freund ist extra zu mir gefahren, damit ich nicht alleine bin", erzählt Catalina. In Wien bekam sie Besuch von ihrer Schwester. "Es war schön, meine Schwester wiederzusehen und wir haben uns ein paar tolle Tage dort gemacht", berichtet Catalina. Diese bemerkte gleich, dass sich etwas verändert hatte: "Sie hat mich angemeckert, dass ich nur noch über Blumen und Gärten spreche", erzählt die 19-Jährige schmunzelnd.

Durch ihre Weltreise habe sie erst gemerkt, wie viel ihr ihre Heimatstadt, Hamburg, bedeutet. "Hamburg ist einfach eine tolle Stadt." Mittlerweile freue sie sich darauf wieder zu Hause zu sein. "Ich möchte gerne wieder in meinem eigenen Bett schlafen und nicht aus einem Koffer leben", sagt die 19-Jährige sichtlich erleichtert. "Aber ich schätze, am Anfang wird es eher merkwürdig sein, wieder zu Hause zu wohnen und nicht jeden Tag unterwegs zu sein. Dann muss ich mich wieder daran gewöhnen", sagt Catalina optimistisch. Die letzten Städte ihrer Reise sind Stockholm und Göteborg und am Dienstag, 14. Mai, kommt Catalina Langer mit vielen Geschichten und Andenken im Gepäck nach Hause.

Ihre Reiseerfahrungen können in ihrem Blog auf www.80days.me nachgelesen werden. Dort sind auch etliche Bilder von ihrer Reise zu sehen. Außerdem werde sie darüber bei der Internationalen Gartenschau berichten.

Ihr nächstes großes Abenteuer wird sie nicht im Ausland, sondern in Deutschland machen - sie möchte studieren. "Ich weiß zwar noch nicht wo, aber ich möchte Kommunikationswissenschaften studieren."

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