zur Navigation springen

Bundesfreiwilligendienst : Immer mehr Ältere

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fehlende Arbeitsmarktchancen und neue Einsatzfelder machen Stellen attraktiv

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2014 | 11:30 Uhr

Der Bundesfreiwilligendienst ist in Mecklenburg-Vorpommern vor allem eine Sache für alte Hasen: Im September kam mit 301 Frauen und 382 Männern die größte Gruppe der 1640 Dienstleistenden aus der Altersgruppe zwischen 51 und 65 Jahren. 258 Frauen und 296 Männer waren nach Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zwischen 27 und 50 Jahre alt. Je 190 Frauen und Männer, die im Land ihren Bundesfreiwilligendienst leisteten, hatten das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet. Und es gab sogar 13 Frauen und 9 Männer, die noch im Rentenalter einen Freiwilligendienst leisteten.

Auch in den anderen ostdeutschen Bundesländern nutzen vor allem Ältere den Bundesfreiwilligendienst. In Westdeutschland dominieren dagegen die unter 27-Jährigen.

„Die meisten Freiwilligen haben sich für ein Jahr verpflichtet. Auch andere Dienstzeiträume zwischen sechs und 18 Monaten sind aber möglich“, so die Sprecherin des Bundesamtes, Antje Mäder.

Feste Einstellungs- und Beschäftigungszeiträume würden in der Praxis die Organisation des Dienstes erleichtern, erläutert Annette Damrath, Projektleiterin Bundesfreiwilligendienst beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Mecklenburg-Vorpommern. Der Paritätische biete zum Beispiel zum 1. Januar 2015 wieder freie Stellen für ein Jahr an. Jüngere hätten eher auch an kürzeren Einsatzzeiten Interesse, Ältere dagegen würden sich gerne auch länger engagieren. „Denn Motiv der älteren Bewerber sind in erster Linie fehlende Arbeitsmarktchancen“, weiß Annette Damrath. Dass 200 Euro vom gezahlten Taschengeld nicht auf Hartz-IV-Bezüge angerechnet werden, mache den Bundesfreiwilligendienst zusätzlich attraktiv. Mittlerweile gebe es mehr Interessenten als Stellen. Wer angenommen werde, nutze den Einsatzzeitraum vor allem, um neue Kontakte zu knüpfen. Wobei: „Der Bundesfreiwilligendienst ist kein Tor zur Festanstellung“, betont Damrath. Die Fälle, in denen es zu einer Übernahme kam, könne man im Land an beiden Händen abzählen.

Eine Chance, sich beruflich neu zu orientieren, biete der Freiwilligendienst aber durchaus. Denn im Vergleich zum Zivildienst seien die Einsatzmöglichkeiten deutlich breiter – während früher vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich Freiwillige gesucht wurden, kämen jetzt beispielsweise auch Umwelt- und Naturschutzeinrichtungen, Kleider- oder Möbelbörsen als Einsatzstellen in Frage. Älteren käme zudem entgegen, dass der Bundesfreiwilligendienst von über 27-Jährigen auch in Teilzeit geleistet werden kann. Laut Damrath wird zunehmend davon Gebrauch gemacht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen