Hausmusik zum Fest? : Im Nordosten bleibt es still

Musizieren steigert Lebensfreude und   Kreativität – in MV bleibt das Instrument allerdings häufig liegen.
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Musizieren steigert Lebensfreude und Kreativität – in MV bleibt das Instrument allerdings häufig liegen.

Nur in 11 Prozent der Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern wird ein Instrument gespielt. Dafür gibt es an Musikschulen Wartezeiten von bis zu zwei Jahre.

svz.de von
03. Dezember 2013, 18:44 Uhr

Wenn in anderen Bundesländern Kinder und Erwachsene zur Adventszeit musizieren, bleibt es in Mecklenburg-Vorpommerns weitgehend still. In nur 11 Prozent aller Haushalte im Land wird ein Instrument gespielt, ergab eine Untersuchung des Verbandes der Musikinstrumentenbranche, Society Of Music Merchants (Somm). Nur Berlin (10,8 Prozent) und Brandenburg (9,4 Prozent) sind unmusikalischer. Primus bei der Hausmusik ist Baden Württemberg. Hier wird in 25,3 Prozent aller Haushalte musiziert. Es folgen Bremen (21,9 Prozent), Bayern (21,3 Prozent) und das Saarland (19,9 Prozent). Die Untersuchungsergebnisse beruhen auf einer schriftlichen Befragung von 11 000 repräsentativ ausgewählten Bürgern durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

„Musizieren fördert den Stressabbau, steigert Lebensfreude und Kreativität und trägt zur Teamfähigkeit bei“, sagte Christiane Krüger, Vorsitzende des Landesverbandes der Musikschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Darum sollte alles darangesetzt werden, Kindern den Zugang zu Musikinstrumenten zu ermöglichen. Trotz der vergleichsweise geringen Musizierdichte sei das Interesse auch in Mecklenburg-Vorpommern groß. An den 19 Musikschulen würden derzeit 18 000 Schüler ausgebildet. 3000 weitere Interessierte würden auf Wartelisten stehen. „Die Wartezeiten für angehende Schüler betragen abhängig vom Instrument und von der Region einen Monat bis zwei Jahre“, so die Landesvorsitzende. Grund für die teilweise langen Wartezeiten seien fehlende Lehrerstellen.

Um das Nord-Süd-Gefälle innerhalb der Musizierdichte in Deutschland abzubauen, müssten „die musikalische Früherziehung und der Unterricht in Schulen wieder verstärkt gefördert werden beziehungsweise überhaupt stattfinden“, sagte Daniel Knöll, Geschäftsführer der Somm.

Am häufigsten werden im Nordosten Tasteninstrumente wie etwa Klavier oder Akkordeon gespielt (51, 7 Prozen der Musizierenden). Zweithäufigstes Instrument ist die Gitarre (43,9 Prozent) – gefolgt von Blasinstrumenten (17,6 Prozent).

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