Illegale Party aufgelöst

Gäste der illegalen PartyK. Müller.
Gäste der illegalen PartyK. Müller.

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20. Juli 2010, 11:28 Uhr

Ducherow | Die Party ist aus: Nachdem am Wochenende etwa 2000 Teilnehmer eine nicht genehmigte Techno-Fete auf einer Waldwiese zwischen Leopoldshagen und Ducherow (Landkreis Ostvorpommern) veranstalteten, haben gestern die letzten Besucher die Rückreise angetreten. "Im Moment sind noch 300 bis 400 hier. Wir hoffen, dass am Abend alle weg sind", sagte der Ordnungsamtsleiter Anklam-Land, Hermann Heidschmidt. Für ihn war die illegale Veranstaltung bei Waldbrandstufe vier in höchstem Maße unverantwortlich. "Diese Leute wissen gar nicht, dass sie mit ihrem Leben gespielt haben."

Die Party-Gäste aus Deutschland, Italien, den Niederlanden, Irland und Dänemark hatten sich kurzfristig per Internet zum so genannten "Teknival" verabredet - inklusive Campingwagen und Zelten. Mecklenburg-Vorpommern als Schauplatz stand nach Insider-Angaben länger fest, die Waldwiese wenige Wochen. Nach Angaben eines Teilnehmers gibt es eine Hotline mit genauen Informationen, die nur einem bestimmten Kreis von Teknival-Gästen bekannt ist.

Diese Vorgehensweise macht es der Polizei schwer, im Vorfeld solcher Spontan-Partys aktiv zu werden. "Hätten wir gewusst, auf welchen Internetseiten sich diese Leute verabreden, wären wir eher eingeschritten", erklärte Hermann Heidschmidt. Das Ordnungsamt hatte am Sonnabendvormittag eine Verfügung erlassen. Trotzdem konnten die etwa 70 Polizeibeamten und Ordnungsamt-Mitarbeiter die Veranstaltung nicht sofort auflösen - vor allem, weil deutlich weniger Einsatzkräfte als Teilnehmer verfügbar waren. "Zudem gab es etliche Bühnen, mehrere Stromaggregate und jeder war sein eigener Veranstalter", so Heidschmidt. Immerhin, berichtete er gestern, gebe es Sammelpunkte auf dem Gelände, an denen die Party-Gäste ihren Müll in Säcken selbst zusammentragen.

Dem Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns sind solche Vorfälle bekannt. "Die Landespolizei beobachtet einschlägige Internetseiten, um entsprechende Verabredungen abzugreifen. Außerdem steht sie im Austausch mit den Polizeien von Bund und Ländern", erklärte Pressesprecherin Marion Schlender gestern auf Anfrage. Eine lückenlose Aufklärung im Vorfeld und genaue Prognosen seien jedoch unmöglich, da der Veranstaltungsort nie auf den Internetseiten angegeben, sondern erst unmittelbar vor Beginn per Handy übermittelt werde.

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