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Deutschland 2014 : IBAN, Strafpunkte und Warnweste: Viel Neues 2014

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Höherer Freibetrag bei der Steuer, mehr Rente und Hartz-IV, aber auch höhere Abgaben in der Sozialversicherung - 2014 kommen auf die Bundesbürger einige Änderungen zu, die sich direkt auf den Geldbeutel auswirken.

Gab es im Wahljahr 2013 noch einige Geschenke vom Staat für die Bürger, können die Deutschen 2014 nicht auf einen allzu großen Geldsegen hoffen. Zwar gibt es  einige Entlastungen, allerdings bleiben die Sozialbeiträge hoch. Steuersenkungen dürfte es unter der großen Koalition ohnehin kaum geben.  Die niedrigen Zinsen werden zudem weiter an Ersparnissen zehren. Immerhin: Die Inflation  dürfte auch 2014 niedrig bleiben, bei üppigen Lohnerhöhungen könnten Beschäftigte  tatsächlich mehr im Portemonnaie haben. In der Vergangenheit hatte die Teuerung Lohnzuwächse mitunter aufgefressen.

Bei kommunalen   Gebühren drohen  neue Belastungen. So wollen einige Kommunen  Abgaben für  Leistungen wie Müllabfuhr oder die Gebühren für Kindertagesstätten oder auch die Hundesteuer erhöhen. „In vielen Kommunen schlagen auch höhere Friedhofsgebühren zu Buche“, sagt Mechthild Winkelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Arbeitnehmer werden geringfügig entlastet. Der steuerliche Grundfreibetrag steigt für Ledige von 8130 auf 8354 Euro, bei Zusammenveranlagung auf 16 708 Euro. Spätestens 2014 ist auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags nötig. Nach dem jüngsten, vor einem Jahr verabschiedeten Existenzminimumbericht müsste er 2014 von derzeit jährlich 4368 auf 4440 Euro steigen. Davon profitieren vor allem höhere Einkommen. Das muss der Gesetzgeber aber noch regeln. Normalerweise steigt dann auch das Kindergeld.

Wer mehr als 3937,50 Euro brutto im Monat verdient, muss mehr  Sozialabgaben leisten. Grund ist die Anpassung der Beitragsgrenzen an gestiegene Einkommen. Bis zu diesen Grenzen – sie sind in der Renten- und Arbeitslosenversicherung höher als in der Kranken- und Pflegeversicherung – müssen Beschäftigte und ihre Arbeitgeber Sozialbeiträge entrichten. Was darüber liegt, ist beitragsfrei. Die große Mehrheit der Arbeitnehmer ist von der Anhebung nicht betroffen. Der Monatsverdienst von Vollzeitbeschäftigten lag 2012 im Schnitt bei knapp 3400 Euro brutto.

Die Beitragsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt im Osten  um 100 auf 5000 Euro  Bruttomonatseinkommen. In Westdeutschland gibt es eine Erhöhung um 150 auf 5950 Euro.

Der Beitragssatz zur  Arbeitslosenversicherung beträgt bundesweit  drei Prozent vom Bruttoverdienst. Die gesetzlich Anfang 2014 fällige Senkung des Rentenbeitragssatzes von 18,9 auf 18,3 Prozent wollen  Union und SPD  ausfallen lassen – und den Rentenbeitragssatz per Gesetz bei 18,9 Prozent festschreiben. Das bringt der Rentenversicherung sechs bis sieben Milliarden Euro mehr ein. Das Geld soll in neue Leistungen wie die verbesserte Mütterrente, die abschlagfreie Rente für langjährig Versicherte und höhere Erwerbsminderungsrenten fließen. Arbeitgebern und Arbeitnehmern  entgeht damit  eine Entlastung von knapp sechs Milliarden Euro.

Die in der Kranken- und Pflegeversicherung für ganz Deutschland geltende einheitliche Beitragsbemessungsgrenze steigt um 112,50 Euro auf 4050 Euro vom Monatsbrutto.  Auch die  Versicherungspflichtgrenze erhöht sich  – und zwar auf 53 550 Euro pro Jahr. Bis zu diesem Einkommen sind Arbeitnehmer zwingend Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer mehr verdient, kann sich privat krankenversichern.

Der Beitragssatz in  der  gesetzlichen  Krankenversicherung liegt bei 15,5 Prozent, wovon die Arbeitnehmer 8,2 Prozentpunkte zahlen und die Arbeitgeber 7,3 Punkte.

Viele Privatversicherte  müssen sich  auf höhere Beiträge einstellen. Im Vergleich zu den Vorjahren fielen Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel nach Angaben von Verbraucherberatern aber bis auf einige Ausreißer moderater aus. Das liege auch daran, dass viele Versicherer nicht mehr auf Billigtarife setzten, die dann teurer würden.

Freuen dürfen sich die rund 20 Millionen Rentner  in Deutschland: Ihr Bezüge dürften Mitte 2014 um gut zwei Prozent steigen. Im Osten wird der Aufschlag wohl etwas höher ausfallen als im Westen. Der Durchschnittsrentner kann Schätzungen zufolge im Osten mit einem Plus von etwa 30 Euro rechnen, im Westen gibt es rund 24 Euro mehr. Die genaue Anpassung wird im März bekanntgegeben, dann liegen die Daten der Lohnentwicklung vor.

Auch  für die gut sechs Millionen Bezieher von Hartz-IV-Leistungen gibt es mehr Geld. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt von 382 auf 391 Euro. Das ist ein Plus von 2,35 Prozent. Leben zwei Erwachsene in einer Bedarfsgemeinschaft, so erhalten sie jeweils 353 Euro, acht Euro mehr als bisher. Für Kinder gibt es einen vom Alter abhängigen Zuschlag zwischen 5 und 7 Euro.

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erstellt am 01.Jan.2014 | 17:00 Uhr

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