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Siegfried Logall vom Verein "Junge Europäer" erhält die Verdienstmedaille : Hilfsbereitschaft ohne Grenzen

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Farbenfrohe Fußballtrikots packt Siegfried Logall in Kartons, sie sind für ein Waisenheim im polnischen Szczecin (Stettin) bestimmt. "Angefangen hat es mit einer Tour nach Kaliningrad", erinnert sich der Rentner.

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erstellt am 05.Jul.2011 | 08:13 Uhr

Demmin | Farbenfrohe Fußballtrikots packt Siegfried Logall in Kartons, sie sind für ein Waisenheim im polnischen Szczecin (Stettin) bestimmt. "Angefangen hat alles 1995 mit einer Tour nach Kaliningrad", erinnert sich der Demminer Rentner. Damals brachte er eine gebrauchte Klinikausrüstung - Betten und OP-Tische, die nach dem Umbau des Kreiskrankenhauses übrig waren - in die russische Exklave.

Insgesamt 84 Hilfstransporte nach Osteuropa organisierte oder begleitete Logall seither. Für sein ehrenamtliches Engagement bekommt der Gründer des Hilfsvereins "Junge Europäer" heute die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Überbringer der Auszeichnung ist Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). In seiner Laudatio würdigt er den Demminer: "Mit seiner - im wahrsten Sinne - grenzenlosen Hilfsbereitschaft, mit seinem leidenschaftlichen Eintreten für das Miteinander in Europa hat Siegfried Logall schon viele junge Menschen in unserem Land und in unseren östlichen Nachbarländern von der europäischen Idee begeistert.

"Klotzen, nicht kleckern" - nach diesem Motto trägt Logall in seinem Vereinsbüro Spenden in Größenordnungen zusammen. Bis unter die Decke stapeln sich Kisten mit haltbaren Lebensmitteln, Kosmetika, Kinderkleidung, Lehrmaterialien, Spielzeug. Für seinen internationalen Verein knüpft der Ruheständler unermüdlich Kontakte zu Stiftungen, Spendern, Politikern, Unternehmern. Ein paar Mal im Jahr fährt er tonnenweise gesammelte Hilfsgüter über Tausende Kilometer gen Osten. Heime, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser in Polen, Russland oder dem Baltikum sind die Empfänger. "Vor Ort kontrolliere ich, dass alles dort ankommt, wo es gebraucht wird", betont der 59-jährige Initiator.

Die Basis der Hilfstransporte bilde die vor elf Jahren ins Leben gerufene Organisation "Junge Europäer". Sie zähle inzwischen rund 5000 Mitglieder in fünf Ländern, sagt Logall. Über seinem mit Papierstapeln vollgepackten Schreibtisch prangen Zeitungsartikel und Ehrungen, darunter gleich vier Urkunden osteuropäischer Städte, die den Demminer als Ehrenbürger ausweisen. Schulen in Polen und Litauen tragen den Namen der "Jungen Europäer". Doch auch die eigene Region, die zu den ärmsten in Deutschland gehört, verliere der rührige Rentner nicht aus den Augen, betont Landrat Siegfried Konieczny (Die Linke). Das jährliche Fest zum Weltkindertag am 20. September etwa werde vom Verein ausgerichtet.

"Persönliche Kontakte, Schüleraustausch, gegenseitiges Kennenlernen, Hilfsaktionen - das führt die Jugend Europas zusammen", hofft Logall. Toleranz könne schon den Jüngsten vermittelt werden, sagt er. Für Demminer Grundschulen und Kitas organisiere der Verein regelmäßig Veranstaltungen und spende Sportkleidung. Und zum Schulanfang bekämen Kinder sozial schwacher Familien komplett ausgestattete Ranzen.


Ehrung Noch drei Verdienstkreuze

Das Verdienstkreuz 1. Klasse erhält Dr. Dr. Rolf Hennings aus Steinfurt. Der gebürtiger Güstrower, Jahrgang 1928, gilt als Pionier und Botschafter der Partnerschaft zwischen dem Landkreis Demmin und dem Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen.
Das Verdienstkreuz am Bande wird Volker Hinrichs aus Kröpelin und Eckehard Nitschke aus Stralsund verliehen. Der Stralsunder, Jahrgang 1942, engagiert sich im Verwaltungsrat des Meeresmuseums. Der Gärtnermeister aus Kröpelin, Jahrgang 1940, hat sich „in besonderer Weise um die deutsche Baumschulwirtschaft verdient gemacht“, wie die Staatskanzlei mitteilte.

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