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Einkommensteuer : Hagenow ist das lahmste Finanzamt

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neubrandenburg hat kürzeste Bearbeitungszeit für Steuererklärung

svz.de von
erstellt am 18.Aug.2014 | 07:49 Uhr

Steuerzahler in MV warten durchschnittlich 42 Tage auf die Bearbeitung ihrer Einkommensteuererklärung. Am schnellsten ist das Finanzamt Neubrandenburg: Bereits nach etwa 34 Tagen war dort in der ersten Hälfte dieses Jahres eine Steuererklärung bearbeitet. Ähnlich fix ist das Güstrower Finanzamt mit einer Bearbeitungsfrist von 36 Tagen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Jeannine Rösler hervor.

Im ersten Drittel eines Vergleichs aller Finanzämter im Land kommt im ersten Halbjahr 2014 auch Rostock ein – mit einer Bearbeitungsdauer von etwa 40 Tagen. Am längsten müssen dagegen Steuerzahler in Hagenow (47 Tage), Schwerin (46) und Stralsund (46) warten. Allerdings: Noch 2011 waren die Bearbeitungsfristen deutlich länger, damals reichte die Spanne von 41 bis zu 68 Tagen.

Die Deutsche Steuergewerkschaft (DSTG) führt die kürzeren Bearbeitungsfristen im ersten Halbjahr 2014 „einzig und allein auf die extrem hohe Leistungsbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen in den Finanzämtern“ zurück, so DGST-Landesvorsitzender Frank Höhne. Sie versuchten, so, fehlendes Personal zu ersetzen. Dabei würden sie unter permanentem Druck der Steuerzahler stehen, die sich laufend nach dem Stand ihrer Steuererstattungen erkundigen. Verallgemeinerbar sind die Bearbeitungsfristen im ersten Halbjahr aus Sicht Höhnes nicht, da einfach und schwierige Fälle in einen Topf geworfen würden. Letztere kosteten mehr Zeit und würden meist nicht gleich zu Jahresbeginn eingereicht.

Für eine gewisse Entlastung sorge, dass immer mehr Steuerzahler ihre Unterlagen auf elektronischem Wege einreichen, so Höhne. „Diese Erklärungen beeinflussen die Durchlaufzeiten gerade im ersten Halbjahr in nicht unerheblichem Maße nach unten.“

2013 wurden laut Finanzministerium 268 000 Einkommensteuererklärungen elektronisch übermittelt, mehr als die Hälfte aller Erklärungen als noch ein Jahr zuvor.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) warnt allerdings vor überzogenen Erwartungen an das Verfahren: „Die Behörde wälzt damit ein Stück weit ihre Verantwortung ab – zu Lasten der Steuerzahler“, warnt BdSt-Landesvorsitzende Sophie Mennane.

 

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