Hundestaffel MV : Grüne werfen Polizei Tierquälerei vor

Ein Polizeihund wird am Rande der Demonstration von seinem Frauchen gestreichelt.
Ein Polizeihund wird am Rande der Demonstration von seinem Frauchen gestreichelt.

Der Einsatz von Hunden bei Demonstrationen soll verboten werden. Nun herrscht Empörung über den Antrag auf dem Parteitag

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20. März 2015, 07:55 Uhr

Ein Antrag der Grünen für die Landesdelegiertenkonferenz am Wocheende in Dargelütz (Ludwigslust-Parchim) hat heftige Diskussionen ausgelöst. Der Einsatz von Polizeihunden zur Absicherung von Demonstrationen und Massenveranstaltungen soll generell verboten werden, fordert die Jugendorganisation der Grünen in einem Antrag. Die Delegiertenkonferenz soll die Landtagsfraktion beauftragen, einen entsprechenden Verbotsantrag im Landtag zu stellen.

Begründung: „Der Einsatz von Polizeihunden bei Demonstrationen birgt ein unkontrollierbares Risiko, das von der Polizei unterschätzt wird.“ Tiere sollten nicht als Waffen missbraucht werden, argumentieren die Antragsteller. „Zudem ist es für uns Tierquälerei, die Hunde einer hektischen Menschenmenge auszusetzen, die die Tiere unter Stress setzt.“

Empörung bei der Polizei. „Die Diensthunde werden eher wichtiger und unverzichtbarer – das resultiert aus dem katastrophalen Personalmangel, den sie ausgleichen müssen“, sagte Christian Schumacher, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Hintergrund des Antrags der Jungen Grünen ist nach eigenen Angaben ein Polizeieinsatz während eines NPD-Aufmarsches am 8. Mai 2014. „Dort wurden friedliche Gegendemonstranten von Polizeihunden angegriffen und auch verletzt“, sagte Andreas Katz, Landesvorsitzender der Grünen. Der Antrag zum Hundeverbot bei Demonstrationen habe aus seiner Sicht gute Chancen auf Mehrheiten in Dargelütz.

Das Innenministerium hatte im Juli vergangenen Jahres auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag mitgeteilt, dass es auf der Demonstration am 8. Mai in Demmin keine Verletzungen durch Hundebisse gegeben habe. „Polizeihunde sind auch bei Demonstrationen ein unverzichtbares Einsatzmittel“, sagte Ministeriumssprecher Michael Teich. Rückendeckung kam von der CDU-Fraktion im Landtag. Deren sicherheitspolitischer Sprecher, Michael Silkeit: „Gerade bei Demonstrationen ersetzt ein Polizeihund eine ganze Einsatzgruppe.“

In den Polizeirevieren des Landes sind derzeit 75 Hunde im Dienst, die in 12-wöchigen Grundlehrgängen als Schutzhunde ausgebildet wurden. Anschließend folgte eine Spezialausbildung beispielsweise als Fährtenhund. Nur bei Demonstrationen und anderen Massenveranstaltungen werden sie mit Führern zu Hundestaffeln zusammengezogen.

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