Landespolizei : Gewerkschaft warnt vor Personalabbau

dpa_148884009107c171

GdP: „Wir sind am Ende angelangt“ - Sicherheitsempfinden der Menschen beeinträchtigt

von
03. Februar 2014, 00:34 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei hat vor einem weiteren Personalabbau in den Reihen der Landespolizei gewarnt. Dies führe beispielsweise zu immer weniger Verkehrskontrollen. „Wenn keine Polizei da ist und die Leute wissen, dass sie nicht erwischt werden, wird gerast“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Christian Schumacher mit Blick auf die sinkende Zahl von Verkehrskontrollen. „Wir sind am Ende angelangt.“

2008 gab es noch fast 41 000 Kontrollen, 2012 nur noch 34 252. „Der Überwachungsdruck konnte personell nicht aufrechterhalten werden“, bedauerte Schumacher. Darunter leide auch das persönliche Sicherheitsempfinden der Menschen im Land.

Hintergrund sei, dass die Zahl der Polizisten von 6708 im Jahr 2000 stetig gesunken ist, laut Stellenplan sollen es bis Ende 2015 noch 5800 sein. Dabei ist es nach GdP-Ansicht nicht gelungen, das in der Polizeireform von 2011 formulierte Ziel nach stärkerer Präsenz in der Fläche umzusetzen. Dies zeige sich auch manchmal bei Notfällen mit viel zu langen Wartezeiten auf die Polizei.

So müssten auch die laut Statistik sinkenden Kriminalitätszahlen im Land zumindest angezweifelt werden. „Dort, wo keine Polizei ist, findet auch keine Kriminalität statt.“ Dies führe zum sogenannten Dunkelfeld, also Straftaten, die nicht angezeigt werden, weil dies für die Menschen lästig oder zu zeitaufwendig ist.

Ein Ansatz, die Situation zumindest ein wenig zu verbessern, könne das angestrebte Bündnis für Sicherheit sein, das die GdP und der Deutsche Städte- und Gemeindebund jüngst gefordert haben. Früher habe es eine engere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der Polizei gegeben. „Das ist aber leider eingeschlafen.“ Es sei zwar klar, dass nicht in jedem Dorf eine Polizeistation errichtet werden kann. „Aber wenn wir vernünftig miteinander kommunizieren, wenn wir wissen, wo die Probleme sind, können wir viel erreichen.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen