Im Park von Schloss Bothmer beginnt die Sanierung : Gärtnern an einem Denkmal

2,9 Millionen Euro sind für die Sanierung des Parks bis 2012 eingeplant
2,9 Millionen Euro sind für die Sanierung des Parks bis 2012 eingeplant

Der Schlosspark Bothmer bei Klütz (NWM) soll bis 2012 denkmalgerecht saniert werden. Besonders wertvoll und einmalig in Nordeuropa sei die "Festonallee", eine etwa 270 Meter lange Lindenallee.

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04. Februar 2011, 07:43 Uhr

Klütz/Schwerin | Der Schlosspark Bothmer bei Klütz (Nordwestmecklenburg) soll bis 2012 denkmalgerecht saniert werden. "Ein Großteil der alten Baumbestände ist noch vorhanden", sagte Projektleiter Dietmar Braune. Besonders wertvoll und einmalig in Nordeuropa sei die "Festonallee", eine in die Landschaft eingepasste, etwa 270 Meter lange Lindenallee. Der ursprünglich barocke Park ist Braune zufolge Anfang des 19. Jahrhunderts in Anlehnung an englische Landschaftsgärten verändert worden. "Wege wurden in geschwungenen Linien angelegt, der Eiskeller und die Orangerie wurden gebaut."

Dieser Zustand, der bis in die 1970er-Jahre andauerte, soll wiederhergestellt werden. "Wir wollen die barocke Grundstruktur herausarbeiten, aber auf jeden Fall auch die Zeit der landschaftlichen Überformung erhalten", sagte Braune, der bei der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Mecklenburg-Vorpommerns tätig ist.

Die Arbeiten beginnen am 21. Februar mit Baumfällungen, die aus Vogelschutzgründen am 1. März beendet sein müssen. "29 Linden werden gefällt, darunter jüngere, die 30 bis 40 Jahre alt sind."

Nach den Konzerten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die auch in diesem Sommer wieder mehrere tausend Besucher in den Park locken werden, sollen die großen Bauarbeiten beginnen. Etwa ein Jahr sei dafür veranschlagt. Der Garten bleibt in dieser Zeit zugänglich. "Wir streben eine offene Baustelle an", sagte Braune. "Aus Sicherheitsgründen wird es aber Teilsperrungen geben." Der Gartenteil vorm Schloss werde wegen der Bauarbeiten an den Gebäuden erst 2015 saniert. Für die gesamte Park-Restaurierung mit der Entschlammung von Kanälen, Neupflanzungen und der Sicherung des barocken Baumbestandes sind 2,9 Millionen Euro eingeplant.

Gravierende Veränderungen am Park erfolgten nach dem Krieg, wie der Projektleiter berichtete. "Im Winter 1945/46 wurde eine Allee zum Heizen gefällt, aber schnell nachgepflanzt." Als das Schloss als Altenheim diente, seien unter anderem Rosenbeete, ein Kaffeegarten, eine Freilichtbühne und Toiletten dazugekommen, die nun beseitigt würden. Der dichte Flor von Frühjahrsblühern, der sich in den vergangenen Jahrzehnten verbreitete, mit Winterlingen, Schneeglöckchen, Primeln und Vergissmeinnicht, solle bleiben.

Die Park-Sanierung wird auch Thema auf dem Bothmer-Tag am 10. Juli und am Tag des offenen Denkmals im September sein.


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