Freispruch nach rechter Attacke gefordert

von
06. März 2010, 09:55 Uhr

Rostock | Im Prozess um die Prügelattacke von Mitgliedern der rechten Szene auf linke Demonstranten Ende Juni 2007 in Pölchow (Kreis Bad Doberan) hat gestern die Verteidigung für alle drei Angeklagten Freisprüche gefordert. Der Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung habe sich nicht erwiesen, vielmehr sei von Notwehr auszugehen. Die Anklage hatte für zwei mutmaßliche Haupttäter zwei Jahre Haft und eine vierjährige Bewährungszeit beziehungsweise 16 Monate Haft und drei Jahre Bewährung beantragt. Ein dritter Mann sei freizusprechen. Das Urteil wird für den 16. März erwartet.

Laut Anklage waren zwei der Angeklagten Rädelsführer des Überfalls mit Holzlatten von rund 50 rechtsgerichteten Demonstranten in Pölchow (Kreis Bad Doberan). Die Opfer wurden zum Teil erheblich verletzt. Die 50 bis 60 linken Demonstranten waren mit dem Zug auf dem Weg zu einer NPD-Kundgebung nach Rostock. Nach Erkenntnissen der Anklage hatten die Anhänger der rechten Szene Holzlatten aus einem Zaun gerissen und damit die Scheiben des Zuges zertrümmert.

Ein Verteidiger sagte gestern, sein Mandant sei Leiter des NPD-Ordnungsdienstes gewesen und hätte keine Waffen mit sich geführt. Er musste in den Zug, um seine Kameraden zu retten. Er hätte aus Notwehr gehandelt. Die Vertreter der Nebenklage hatten am Montag Haftstrafen ohne Bewährung gefordert, um ein politisches Signal zu setzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen