DDR-Unrecht : Fonds für Heimkinder reicht wohl nicht aus

Eine Broschüre der Beratungsstelle für ehemalige DDR-Heimkinder kann helfen, den Weg zur Entschädigung zu ebnen. Geduld müssen Antragssteller aber mitbringen.
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Eine Broschüre der Beratungsstelle für ehemalige DDR-Heimkinder kann helfen, den Weg zur Entschädigung zu ebnen. Geduld müssen Antragssteller aber mitbringen.

Der Finanztopf, aus dem ehemalige Bewohner von DDR-Kinderheimen für erlittenes Leid entschädigt werden, ist zu einem Drittel ausgeschöpft.

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03. Juli 2015, 21:00 Uhr

Der Hilfsfonds für ehemalige DDR-Heimkinder ist im Land zu einem Drittel ausgeschöpft. Seit 2013 wurden knapp sechs Millionen Euro ausgegeben, um 1300 Frauen und Männern zu helfen, die in DDR-Spezialheimen untergebracht waren und dadurch andauernde Nachteile zu ertragen haben.

Eine viertel Million Euro wurde benötigt, um die Beratungsstelle für Ex-Heimkinder in Schwerin zu finanzieren. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei im Landtag hervor. Insgesamt hat der Fonds bislang 18 Millionen Euro zur Verfügung, die bis Ende 2018 verteilt werden können. Allerdings hält die Landesregierung es nicht für ausgeschlossen, dass er um 3,5 Millionen Euro aufgestockt wird. Denn rund 2600 Betroffene mussten Ende April noch auf ein Beratungsgespräch warten.

Die betroffenen ehemaligen Heimkinder bekommen keinen festen Betrag als Entschädigung für erlittenes Unrecht. Die Beratungsstelle versucht bei jedem Einzelnen im Gespräch herausfinden, was ihm in seiner jetzigen Lage helfen kann. Dann finanziert der Fonds in einem Fall eine spezielle Therapie oder in einem anderen den Umbau der Wohnung, damit sie behindertengerecht ist. Der Wert dieser Leistungen betrug bisher im Schnitt 4000 Euro. In 260 Fällen zahlte der Fonds auch Rentenersatzleistungen, weil die Betroffenen durch ihren Heimaufenthalt später beruflich benachteiligt waren. Der Durchschnitt dieser Leistungen beträgt bislang rund 6500 Euro pro Person.

In der DDR gab es 401 Kinder- und 73 Spezialheime, 27 Spezialheime in den drei Nordbezirken der DDR. Insgesamt waren knapp 500000 Kinder in den Einrichtungen untergebracht.

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