zur Navigation springen

Flüchtlinge in MV : Flüchtlingskindern fehlen Deutschlehrer

vom

Die Zahl der Flüchtlingskinder in den Schulen in MV ist deutlich gestiegen. Um dem Unterricht folgen zu können, müssen sie rasch Deutsch lernen. Doch es fehlt an geeigneten Lehrern. Die Linke fordert mehr Tempo bei der Ausbildung.

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2016 | 05:00 Uhr

In den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns fehlen weiterhin qualifizierte Lehrer für den Deutschunterricht für Flüchtlingskinder. Zwar wurden seit Schuljahresbeginn 63 Lehrer dafür eingestellt. Doch besitzt nur jeder zehnte davon auch eine Ausbildung für „Deutsch als Zweitsprache“. Wegen des bundesweiten Mangels an diesen Fachkräften stellte das Land sogar acht Bewerber ohne jegliche Lehrbefähigung ein. Wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Schweriner Landtag weiter hervorgeht, blieben mit Stand Mitte März 17 der 80 ausgeschriebenen Stellen unbesetzt.

Früheren Angaben zufolge, erteilten im Schuljahr 2014/15 an den allgemeinbildenden Schulen des Landes rund 80 dafür ausgebildete Pädagogen Schülern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, Sprachunterricht. Wegen der großen Zahl neu nach Deutschland gekommener Flüchtlinge ist der Bedarf an solchen Lehrern bundesweit rapide gestiegen.

Die Linke-Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg forderte das Bildungsministerium in Schwerin angesichts der grundlegenden Bedeutung von Sprachkenntnissen für die Integration auf, die Qualifizierung der Lehrer rasch voranzutreiben. „Die Fortbildung darf sich nicht weiterhin über einen derart langen Zeitraum erstrecken.

Eine zügige Ausbildung ist das Gebot der Stunde. Dafür brauchen die Lehrkräfte Anrechnungsstunden, damit sie während der Woche die Ausbildung absolvieren können“, sagte Oldenburg.

Sie schlug vor, die betroffenen Lehrer von fünf regulären Unterrichtsstunden freizustellen, die dann für die Sonderausbildung genutzt werden könnten. Im Land würden knapp 200 Sprachkurse für Schüler angeboten, bislang zumeist von Lehrkräften ohne die erforderliche Qualifikation, sagte die Oppositionspolitikerin.

Kritisch äußerte sie sich außerdem dazu, dass Schüler ausländischer Herkunft fast nur an Grund- und Regionalschulen gesonderten Deutschunterricht erhielten. Weiterführende Schulen dürfen nicht ausgeschlossen bleiben. „Viele Flüchtlingskinder waren in ihrer Heimat Gymnasiasten. Ihnen darf der Bildungsweg nicht verschlossen werden“, mahnte Oldenburg.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserer Webseite haben wir unter diesem Text die Kommentarfunktion deaktiviert. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Kommentare, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Wir bitten um Verständnis.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert