Auf dem Weg nach Schweden : Flüchtlinge stranden in Rostock

Die Hanse Messe – hier richtet Rostock ein Auffanglager für Flüchtlinge ein.
Die Hanse Messe – hier richtet Rostock ein Auffanglager für Flüchtlinge ein.

Hunderte Asylsuchende am Hafen. Die Hansemesse wird zum Auffanglager. Ärzte helfen in Stern Buchholz und Horst.

svz.de von
13. September 2015, 21:00 Uhr

Vom Rostocker Hafen sind am Wochenende wieder Hunderte Flüchtlinge mit Fähren nach Schweden gereist. Bis gestern Mittag seien bereits über 800 Menschen gezählt worden, sagte ein Polizeisprecher. Im Laufe des Tages wurden 600 weitere Flüchtlinge erwartet. Helfer standen bereit, um sie zum  Hafen oder zu Unterkünften zu geleiten. Angesichts der Lage richtet die Stadt Rostock die Hansemesse als Auffanglager ein. Als weitere Erstaufnahme für Flüchtlinge könnte das Kreuzfahrtterminal in Rostock-Warnemünde für Flüchtlinge eingerichtet werden. Wenn es keine Komplikationen gebe, könne dort die Erfassung, die Untersuchung, die Unterbringung und Verteilung gewährleistet werden, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gestern. Zusätzlich sollen eine Sporthalle im Stadtteil Marienehe und ein leerstehendes Polizeigebäude in Rostocks Innenstadt als Notunterkünfte dienen.

Die Stadt Rostock gab gestern bekannt, dass angesichts von mehreren Hundert Flüchtlingen, die in den kommenden Stunden und Tagen erwartet würden, die Hansemesse zu einem Auffanglager umgewandelt werde. Gestern sollte damit begonnen werden, bis zu 600 Notbetten aufzustellen, sagte Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Stadt gehe derzeit davon aus, dass die Menschen mit dem Zug über Hamburg nach Rostock kommen und dann per Fähre nach Schweden fahren wollen.

Für die medizinische Erstversorgung der in MV ankommenden Flüchtlinge sind von heute an zusätzliche Ärzte und Assistenten im Einsatz. Die Mediziner werden von der Universitätsklinik in Rostock gestellt, voraussichtlich fünf Ärzte und eben so viele Medizinstudenten. Sie sollen in den beiden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes in Horst (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Stern-Buchholz bei Schwerin zum Einsatz kommen, wie Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) sagte. Dort würden sie die Eingangsuntersuchungen und Impfungen übernehmen. Geplant sei auch der Einsatz mobiler Röntgengeräte. Das Deutsche Rote Kreuz habe ebenfalls seine Unterstützung zugesagt.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.
 

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