Fischereifonds : Fischer fordern Hilfe

Die MV-Binnenfischer – hier in der Lewitz – fangen 18 Prozent des deutschen Binnengewässer-Fischs.
Die MV-Binnenfischer – hier in der Lewitz – fangen 18 Prozent des deutschen Binnengewässer-Fischs.

Binnenfischerei des Landes hofft auf Fördergeld der EU und weniger Einschränkungen

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25. Februar 2014, 11:50 Uhr

Planungssicherheit für die Binnenfischer hat MV- Agrarminister Till Backhaus (SPD) auf dem Jahresfischereitag gefordert. „Die weltweite Nachfrage nach Fisch steigt stetig. Damit die Fischerei nachhaltig wirtschaften kann, muss sie auch unterstützt werden“, sagte Backhaus gestern in Güstrow. Die inhaltliche und finanzielle Ausgestaltung des Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) sei in der EU lange unklar gewesen. Fördergeld nach der neuen EU-Verordnung könne daher nicht vor Ende 2015 fließen, so Backhaus.

In MV wurden 2013 mit 542 Tonnen rund 18 Prozent des Fischs aus deutschen Binnengewässern gefangen. Im wasserreichen Nordosten bewirtschaften 50 Fischereiunternehmen mit gut 260 Beschäftigten rund 65 000 Hektar Binnengewässer. Die ökologische Sanierung von etwa 20 größeren Seen fördere das Land in den Jahren von 2011 bis 2016 mit rund 11 Millionen Euro, hieß es.

Hinzu kämen immer mehr Aquakulturen. Hintergrund sei die Überfischung der Meere, Umweltbelastungen durch Transporte sowie wachsende Nachfrage der Verbraucher nach frischem Fisch aus der Region, erklärte der Minister. Derzeit produzierten im Land 22 Betriebe mit Aquakulturanlagen rund 1000 Tonnen Fisch pro Jahr.

Weniger bauliche oder naturschutzrechtliche Einschränkungen mahnt der Präsident des Landesverbandes der Binnenfischer, Ulrich Paetsch, an. Investitionen zur Direktvermarktung, etwa in den Bau von Lager- und Verkaufsgebäuden, seien den Binnenfischern in den 100 Meter breiten Uferschutzstreifen oft verwehrt, weil Baupläne der angrenzenden Gemeinden fehlten, so Paetsch.

Ebenso kollidierten Naturschutz und Fischerei. Um Fischotter vor den Netzen zu schützen, sollen weniger Reusen aufgestellt oder diese mit Schutzgittern umgeben werden. Solche Gitter aber verhinderten auch den Fang großer Speisefische wie Zander oder Barsch und minderten die Gesamterträge. Ein Beispiel für diesen Konflikt sei der Plauer See. Fischerei gebe es hier seit Jahrhunderten, die Schutzgebiete für Flora und Fauna wurden trotzdem eingerichtet.

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