Hetze im Internet : Facebook löscht Mvgida-Seite

Kritiker wollen Mvgida stopppen: Im Internet konnten sie jetzt einen Erfolg verbuchen.
Kritiker wollen Mvgida stoppen: Im Internet konnten sie jetzt einen Erfolg verbuchen.

Internetkonzern gibt Forderung der Nutzer nach.

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20. November 2015, 18:34 Uhr

Mvgida ist offline. Zumindest bei Facebook. Seit zwei Tagen kann die Seite der rechtspopulistischen Organisation (MV gegen die Islamisierung des Abendlandes) auf der Internetplattform nicht mehr aufgerufen werden. Damit kam der US-amerikanische Konzern der Forderung vieler Nutzer nach.

Erst Anfang der Woche sorgte Mvgida mit einem bewusst falsch gedeuteten Leistungsbescheid für Aufregung. Demnach erhielte ein Asylbewerber aus dem Landkreis Rostock 1004,50 Euro Taschengeld, teilten die Seitenbetreiber mit und kommentierten: „Flüchten lohnt sich“. Die Verwaltung des Landkreises stellte jedoch klar: es handle „sich nicht um eine Entscheidung für einen einzelnen Leistungsberechtigten, sondern um eine solche für eine vierköpfige Bedarfsgemeinschaft.“ (Wir berichteten Mittwoch). Sprecher Kay-Uwe Neumann redet von einer „bewusst falschen Darstellung“. Mvgida veröffentlichte zudem den Wohnsitz des Flüchtlings. Der Kreis prüfe nun rechtliche Schritte gegen die Initiatoren der Veröffentlichung.

Mvgida meldet sich derweil auf anderen rechtspopulistischen Facebook-Seiten zu Wort. Von Reue ist nichts zu spüren. „Weil wir für den Staat unangenehme Wahrheiten aussprechen, wird und wurde alles daran getan uns den medialen Zugang zum Ohr und Auge des Volkes zu nehmen“, schreibt die Organisation auf „Parchim wehrt sich gegen Asylmissbrauch“ oder „Widerstand Mecklenburg-Vorpommern“. Mit der Bitte die Meldung möglichst oft zu teilen, sagen die Betreiber: „Wir haben keine neue Seite gegründet und wir machen wie gewohnt weiter.“

Zu den genauen Beweggründen, warum Mvgida vom Netz genommen wurde, hält sich Facebook bedeckt. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt das Unternehmen mit: „Aufrufe zur Gewalt oder Gewaltverherrlichung verstoßen gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook und werden umgehend gelöscht.“

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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