zur Navigation springen

KOMMUNALWAHL : Ex-Boxchampion kämpft in der Politik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sebastian Sylvester zieht in Kreistag von Vorpommern-Greifswald ein. Sein erstes Ziel: den Kindersport fördern.

Im Boxring teilte Sebastian Sylvester hart aus – jetzt will er in der Politik um Mehrheiten werben. Der 33-jährige Ex-Boxchampion (parteilos) zog bei der Kommunalwahl für die CDU in den Kreistag von Vorpommern-Greifswald ein. „Mit ein paar Stimmen habe ich schon gerechnet“, sagt er gestern. Dass es dann aber tatsächlich geklappt habe, habe ihn überrascht und natürlich gefreut.

Den Wahlabend verbrachte Sylvester nicht auf der Party der Christdemokraten, sondern privat im Kreise seiner Familie. Erst gestern Morgen habe er erfahren, dass er in den Kreistag eingezogen sei. Dann rief auch CDU-Kreisvorsitzender Egbert Liskow an und gratulierte.

Wenig später geht bereits der Alltag weiter. In einem Fitnessstudio gibt Sylvester Schülern eine Trainingsstunde. Besonders will sich der „Hurrikan“ für den Kinder- und Jugendsport sowie die Förderung von Vereinen engagieren. „Es gibt viele Familien, die von Hartz IV leben müssen und sich die Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen für ihre Kinder nicht leisten können“, so Sylvester, der erstmals 2009 den IBF-Weltmeistergürtel gewann.

Sport hat auch ihn stark gemacht – eine Erkenntnis, aus der der Vater einer 13-jährigen Tochter einen Großteil seiner Motivation für den Gang in die ehrenamtliche Politik zieht. Als Kind sei er in der Schule gemobbt worden, habe einiges einstecken müssen. Mit neun Jahren kam er über seinen Bruder zum Boxsport. Über das Training habe er sich dann Respekt bei anderen Schülern zurückerobert. „Sport hat mein ganzes Leben verändert.“ Seit seinem Karriereende im Jahr 2012 vermittelt Sylvester seine Erfahrungen anderen – nicht nur als Assistenztrainer im Sauerland-Boxstall. Schülern aus Greifswald und Umgebung gibt er regelmäßig Motivationskurse. „Die Kinder sollen durch das Training erfahren, dass es sich lohnt, für seine Ziele zu kämpfen.“

Die politische Bühne ist für Sylvester Neuland. Er sei neugierig und freue sich auf die Arbeit, sagt er. Im Kreisparlament will er sich aber mit „lauter und kräftiger Stimme“ einbringen. Der Umgang bleibe fair – wie im Boxring auch.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen