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Ab Herbst soll russisches Erdgas durch die Rohre fließen : Erdgasleitung OPAL kurz vor Fertigstellung

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Die Anbindung der Ostsee-Pipeline steht kurz vor der Fertigstellung. Durch die Rohre soll von Herbst 2011 an russisches Erdgas nach Deutschland fließen.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2011 | 07:42 Uhr

Russisches Erdgas soll ab Herbst durch die Ostsee nach Deutschland fließen. Die Nord Stream-Trasse am Meeresboden wie auch die bis nach Sachsen reichende Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung OPAL sind fast fertig. Mitte März startet der Bau der zweiten Festlandstrasse NEL.

Mit 470 Kilometern galt die Erdgastrasse OPAL als längste Baustelle in Deutschland. Anderthalb Jahre nach dem Baustart gehen die Arbeiten für die Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) nun in die Endphase. Am Montag wurde am Startpunkt in Lubmin ein Steigrohr als eines der letzten aufwendig konstruierten Rohrsegmente installiert.

Entlang der Trasse zwischen dem Anlandungspunkt der Ostsee-Pipeline Nord Stream in Lubmin (Ostvorpommern) und dem sächsischen Olbernhau seien mehr als 430 Kilometer Rohre verschweißt und in die Erde gebracht worden, sagte OPAL-Bauleiter Klaus Reisinger in Lubmin.

Inzwischen würden auf Streckenabschnitten in allen drei betroffenen Bundesländern - Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen - unter Aufsicht des TÜV Drucktests durchgeführt. Dazu werden die Rohre mit 180 bis 187 bar belastet, wie Reisinger sagte. Das russische Erdgas soll später mit einem Maximaldruck von 100 bar durch die Pipeline fließen.

Die OPAL, die rund eine Milliarde Euro kosten wird, ist Teil eines riesigen, nicht unumstrittenen Gasprojekts, von dem sich Westeuropa langfristig eine sichere Erdgasversorgung erhofft. Der Bau der 7,4 Milliarden Euro teuren Nord Stream-Trasse, die Deutschland unter Umgehung von Transitländern direkt mit den Lagerstätten Sibiriens verbindet, war vor allem in den baltischen Staaten und Polen kritisiert worden.Jährlich sollen bis zu 55 Milliarden Kubikmeter in Lubmin ankommen. Neben der parallel zur deutsch-polnischen Grenze verlaufenden OPAL im Osten wird das russische Erdgas auch über die neue Erdgasleitung NEL im Norden Deutschlands in die bestehenden Gasnetze gespeist. Der Bau der 440 Kilometer langen NEL von Lubmin in Richtung Bremen startet Mitte März.

"Wir liegen voll im Zeitplan", sagte Wingas-Sprecherin Antje Knollmann. Das Wingas-Tochterunternehmen OPAL NEL Transport verantworte den Bau der beiden deutschen Trassen. Im Oktober dieses Jahres solle die OPAL zusammen mit der 1220 Kilometer langen Nord Stream-Leitung durch die Ostsee in Betrieb genommen werden. Der symbolische Lückenschluss zwischen beiden Leitungen ist für Sommer geplant.Auf dem Meeresboden der Ostsee wurden den Angaben zufolge bislang rund 1000 Kilometer des ersten Rohrstranges verlegt. Die Bauarbeiten dafür sollen Ende April abgeschlossen sein. Nach dem Lückenschluss folgen weitere Prüfungen und erste Gastests.

Am Montag installierten die Ingenieure in Lubmin mit einem 29 Tonnen schweren Verbindungsstück ein aufwendig gebogenes Rohrsegmente der OPAL-Trasse. Das 31 Meter lange Steigrohr mit zwei 60-Grad-Biegungen wurde mit zwei Kranen in einen 22 Meter tiefen Schacht eingebracht. Mit dessen Hilfe wird das Lubminer Hafenbecken unterquert. Ein baugleiches Rohrsegment für die andere Festlandstrecke NEL liegt bereits im Schacht.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es neben den Arbeiten in Lubmin nur noch eine weitere OPAL-Baustelle - die Peene-Querung bei Anklam. Hier müssen auf einer Länge von einem Kilometer die Rohre unter dem Fluss Peene durch einen Tunnel geführt werden. In Sachsen sei die Trasse mittlerweile zu 95 Prozent fertig, sagte Knollmann. Im Land Brandenburg müssten noch 35 Kilometer Pipelinestrang unter die Erde gebracht werden. Dort hatten die Arbeiten wegen eines verzögerten Planfeststellungsbeschlusses später begonnen.


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