Entwarnung nach Bakterien-Alarm

von
31. August 2009, 08:19 Uhr

Rostock | Blitzsauberes Badewasser oder bakterienhaltige Brühe? Ein Test des ADAC zur Wasserqualität am Kühlungsborner Ostsee-Strand hat bei den Gesundheitsbehörden in MV die Alarmglocken schrillen lassen. Prüfer des Automobil-Clubs hatten an einer Bachmündung abseits der regulären Kontrollstellen drastisch erhöhte Konzentrationen an Koli-Bakterien und Enterokokken festgestellt. Das Rostocker Landesamt für Gesundheit und Soziales zog mit eigenen Tests nach - und gab gestern vorläufige Entwarnung: "All unsere Proben sind astrein", erklärte Behördenchef Heiko Will.

Das Ergebnis dürfte jene Urlauber beruhigen, die dem Amtsleiter aus ganz Deutschland besorgte E-Mails geschrieben hatten. Von Entspannung kann bei Will trotzdem keine Rede sein: Er dringt darauf, die ADAC-Tester wegen ihres Verfahrens zur Rede zu stellen. Anstatt gemäß der EU-Badewasser-Richtlinie mehrere Einzelproben mindestens 30 Zentimeter unter der Meeresoberfläche zu ziehen, habe der ADAC mit dem Bachlauf ein fließendes Gewässer ins Visier genommen, dessen Zusammensetzung sich ständig ändere. "An derselben Stelle haben wir hervorragende Werte", beteuerte Will. "Das muss geklärt werden."

ADAC-Mann Hans Kahl hatte sich am Freitag bemüht, die Aktion zu rechtfertigen: "Wir haben bewusst Problemstellen gesucht, das war unsere Absicht." Die Behörden hätten wochenlang nicht auf die Aufforderung reagiert, auch andere als die bisherigen Messzonen zu untersuchen. Trotz aller Kritik versuchte Kahl, die Wogen zu glätten. Bei der Bachmündung handele es sich um einen "wunden Punkt", wohingegen an den offiziellen Messstellen laut Badewasserkarte zuletzt eine gute Wasserqualität geherrscht habe. "Unsere Aussage ist ja nicht: Ganz Kühlungsborn ist von Bakterien überschwemmt." Nach Wasseranalysen hatte der ADAC gewarnt, die Verunreinigung sei so stark, dass eigentlich Badeverbote verhängt werden müssten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen