Eine Stadt wie Anklam ist weg

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06. Juli 2010, 08:53 Uhr

Schwerin | Die Einwohnerzahl in MV ist im vergangenen Jahr um 13 140 geschrumpft. Das entspricht nahezu der Bevölkerung der Kreisstadt Anklam. Durch Abwanderung verlor das Land mit 7844 Menschen zwar nicht mehr ganz so viele wie 2008, wie das Statistische Amt des Landes gestern in Schwerin mitteilte. Jedoch starben 5328 Menschen mehr als geboren wurden, womit der sogenannte Sterbeüberschuss höher ausfiel als im Jahr davor. Insgesamt erblickten 13 014 Babys das Licht der Welt, 0,6 Prozent weniger als 2008. Dem standen 18 342 Sterbefälle gegenüber, 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zum Jahresende lebten in Mecklenburg-Vorpommern genau 1 651 216 Einwohner, 0,8 Prozent weniger als Ende 2008, wie es weiter hieß. Überdurchschnittlich viele Einwohner verloren den Angaben zufolge die östlichen Landkreise Uecker-Randow (- 1,6 Prozent) und Mecklenburg- Strelitz (- 1,5 Prozent). Einwohnergewinne konnten nur die Städte Greifswald (+ 0,4 Prozent) und Rostock (+ 0,2 Prozent) dank Zuwanderung verzeichnen.

Die Hauptziele von Abwanderern aus dem Nordosten waren Hamburg, Berlin, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt verließen 39 248 Menschen das Land, immerhin 5,5 Prozent weniger als 2008. Offenbar wird zudem Mecklenburg-Vorpommern als Wohnort für Auswärtige attraktiver: Die Zahl der Zuzüge stieg im Vergleich zu 2008 um 1,6 Prozent auf 31 404.

Im strukturschwachen Uecker-Randow kann man unterdessen zumindest aber darauf verweisen, dass nach eigenen Erhebungen sich mittlerweile in einigen Kommunen Abwanderungszahlen und die der Zuzüge die Wage hielten, so Kreissprecher Achim Froitzheim. Dass insgesamt die Bevölkerungszahl sinke, sei ein bekanntes Phänomen: "Die Leute suchen Arbeit, Lehrstellen oder bessere Vergütung."

Besser steht Greifswald da: So lebten Ende des vergangenen Jahres insgesamt 54 362 Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Universitäts- und Hansestadt, 231 mehr als im Jahr zuvor. Zähle man die 6 352 Menschen mit Nebenwohnung noch hinzu, so Renate Gaede von der Greifswalder Statistikstelle, habe die Kommune im letzten Quartal 2009 sogar wieder die Marke von 60 000 Einwohnern überspringen können. "Die Einwohnerzahlen sind damit das fünfte Jahr in Folge gewachsen". Die Stadt habe 2005 dem Abwärtstrend bewusst gegengesteuert. Die Bürgerschaft beschloss damals eine Umzugsbeihilfe in Höhe von 150 Euro, erinnerte eine Stadt-Sprecherin. Die Beihilfe werde Azubis und Studenten einmalig gewährt, wenn sie in Greifswald ihren Hauptwohnsitz nehmen. Allein 2009 habe die Summe 259 676,87 Euro betragen.

Rostock seinerseits ist stolz "dass die Stadt seit 2003 wieder kontinuierlich wächst", so Senator Georg Scholze (CDU) - "und dies trotz der Herausforderungen der demographischen Entwicklung". Das sei Beleg dafür, dass Rostock nicht nur wirtschaftlicher Motor des Landes sei, sondern auch als Wohnsitz sehr beliebt.

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