"Ein Kulturschock für die Autofahrer"

<strong>'Viel spricht dafür'</strong>: Bernhard Witthaut, GdP-Bundesvorsitzender <foto>dpa</foto>
"Viel spricht dafür": Bernhard Witthaut, GdP-Bundesvorsitzender dpa

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17. Juni 2012, 07:34 Uhr

Mehr Sicherheit, weniger Lärm, weniger CO&lt;tiefstellen&gt;2&lt;/tiefstellen&gt;-Ausstoß - das versprechen sich SPD und Grüne von ihrem Vorstoß, Tempo 30 in allen Städten einzuführen. Macht der Plan Sinn? Mit Bernhard Witthaut, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), sprach Rasmus Buchsteiner.

Herr Witthaut, SPD und Grüne wollen im Fall eines Wahlsieges bei der Bundestagswahl die Straßenverkehrsordnung ändern und Tempo 30 zur Regel in Städten machen. Hat Rot-Grün dafür Ihre Unterstützung?

Witthaut: Ein Tempolimit in Städten wäre sicherlich ein Kulturschock für die Autofahrer. Vor Ort in den Kommunen müsste erst einmal überlegt werden, auf welchen Hauptverkehrsstraßen Ausnahmen mit Tempo 50 zugelassen werden sollten. Schon seit Jahren empfehlen uns Verkehrssicherheitsexperten, dass 30 als Höchstgeschwindigkeit die Regel sein sollte und nicht 50. Viel spricht dafür. Wir sollten diesen Vorschlag weiterverfolgen.

Wie groß ist die Gefahr durch Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit in Städten?

Nicht angepasste Geschwindigkeit ist generell eine der Hauptursachen von Unfällen. Geringere Geschwindigkeit bedeutet kürzere Bremswege, weniger Unfälle und damit mehr Verkehrssicherheit für alle. Das gilt nicht nur auf Autobahnen. Rasen ist auch in den Städten kein Kavaliersdelikt.

Was spricht eigentlich gegen ein generelles Tempolimit auf Autobahnen?

Aus unserer Sicht spricht sogar viel dafür. Wo es ein Tempolimit gibt, läuft der Verkehr ruhiger und sicherer. In Europa haben nur Deutschland und die Schweiz keine überall verbindliche Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen. Es ist höchste Zeit, auch bei uns über Tempo 130 als Obergrenze nachzudenken. Damit könnte die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden relativ schnell gesenkt werden. Nach einer von Experten entwickelten Faustformel hätten wir zwei Prozent weniger Unfälle mit Personenschäden, wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit auf Autobahnen um einen Prozentpunkt gesenkt würde.

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