Brachland statt grüner Oase : Durchschnittsalter über 60: Sterben Kleingärtner aus?

Bis zu 4000 Parzellen stehen im Land bereits leer / Kreative Ideen gefragt

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05. März 2014, 21:30 Uhr

Brachland statt grüner Oase: In den Kleingartenvereinen des Landes stehen immer mehr Parzellen leer. Zwischen 3500 und 4000 Kleingärten sind gegenwärtig nach Angaben des Landesverbandes der Gartenfreunde nicht verpachtet. Besonders ausgeprägt ist der Leerstand in Neubrandenburg, Wismar, Nordvorpommern, Uecker-Randow und Stralsund, so Landesgeschäftsführer Dieter Steffens. Doch auch in Regionen, deren Kleingärtner nicht dem Landesverband angehören – wie den Kreisverbänden Güstrow und Parchim – ist Leerstand ein immer größer werdendes Problem. Lediglich in der Seenplatte und an der Ostseeküste ist es ein Leichtes, leere Parzellen wieder zu vergeben.

Ansonsten sind die Ursachen für den Leerstand überall die gleichen: „Der demografische Wandel und fehlende Arbeitsplätze in der Region“, zählt Steffens auf. Junge Menschen, die noch Interesse an einem Kleingarten hätten, würden abwandern. Die Folge: Die Kleingartenvereine überaltern. Von den laut Steffen gegenwärtig 67 531 Mitgliedern im Landesverband sind 23 Prozent zwischen 60 und 67 Jahre alt. Ein noch größerer Anteil – 29 Prozent – gehört zur Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen. Und 5,4 Prozent der im Landesverband organisierten Kleingärtner sind sogar schon älter als 80 Jahre.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums liegt das Durchschnittsalter der insgesamt etwa 80 000 Kleingartenbesitzer in MV über 60 Jahre. „Diese Entwicklung muss man als Herausforderung verstehen und mit kreativen Ideen begegnen. Zuletzt haben wir mit den Seniorengärten ein Instrument geschaffen, älteren Vereinsmitgliedern, die unter Einschränkungen leiden, den Verbleib auf ihrer Parzelle zu erleichtern“, so Minister Till Backhaus. Inzwischen seien landesweit schon 300 Seniorengärten ausgewiesen worden. Auch andere Ideen könnten die Entwicklung der Vereine beleben. „Ich denke an Generationengärten und Schulgärten, in denen Junge und Alte voneinander profitieren können“, so Backhaus. Auch die Nutzung von Parzellen durch soziale Projekte könnte ein Ansatz sein.

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