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Nach NATO-Einsatz sterben in Pakistan mindestens 24 Soldaten : Diplomatie nach tödlichem Luftschlag

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Es sollte für die Obama-Regierung ein ruhiges Wochenende werden. Doch dann kam es zu dem verhängnisvollen Luftschlag von NATO-Hubschraubern gegen einen pakistanischen Militärposten an der Grenze zu Pakistan.

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2011 | 05:59 Uhr

Washington | Es sollte für die Mitglieder der Obama-Regierung ein ruhiges Wochenende nach dem "Thanksgiving"-Feiertag werden. Doch dann kam es zu dem verhängnisvollen Luftschlag von NATO-Hubschraubern gegen einen pakistanischen Militärposten an der Grenze zu Pakistan. Mindestens 24 Tote und bis zu 27 Verwundete gab es unterschiedlichen Meldungen zufolge - und harsche Reaktionen in Islamabad, begleitet von Massenprotesten in mehreren pakistanischen Städten gegen die USA und das NATO-Bündnis.

Schadensbegrenzung hieß deshalb in Washington die wichtigste Devise. Außenministerin Hillary Clinton, erst im vergangenen Monat zu Besuch in Pakistan, und Verteidigungsminister Leon Panetta versuchten in einer gemeinsamen Erklärung am Samstagabend die Wogen zu glätten. Man biete tiefstes Mitgefühl für den Verlust von Menschenleben an und werde voll die Absicht der NATO unterstützen, sofortige Untersuchungen einzuleiten.

Der genaue Ablauf der Ereignisse wird derzeit noch vom Militärbündnis und im Pentagon untersucht. US-Regierungsvertreter sagten am Wochenende zunächst, amerikanische und afghanische Truppen seien in der Mohmand-Region unter Beschuss von pakistanischer Seite geraten und hätten deshalb Luftunterstützung angefordert.

In ISAF-Kreisen hieß es, Grenzposten in dieser Region seien oftmals mit Milizionären bemannt, die man äußerlich nicht von Taliban unterscheiden könne.

In Islamabad stellt man den Angriff als "unprovozierte Aggression" dar - und reagierte umgehend mit der Schließung von zwei Grenzübergängen zu Afghanistan, über die bisher rund 50 Prozent aller Versorgungslieferungen für das ISAF-Kontingent liefen. Dort stauten sich gestern bereits hunderte von Lastwagen. Auch wurde Berichten zufolge den USA die Nutzung eines Flughafens untersagt, von dem gewöhnlich - geduldet von Islamabad - unbemannte Drohnen zu Angriffen auf mutmaßliche islamische Extremisten starten.

Gleichzeitig startete Hillary Clinton eine intensive Telefondiplomatie, um die möglichen Langzeitfolgen zu beschränken. Die Partnerschaft mit Pakistan sei für die USA von großer Bedeutung, sei eine der Kernbotschaften gewesen, hieß es. US-Militärkreise betonten, diese Angelegenheit werde von allen Beteiligten "sehr sehr ernst genommen." Seit mehreren Monaten hatten US- und NATO-Truppen ihre Einsätze in der Region verstärkt, um aus Pakistan heraus operierende El-Kaida- und Taliban-Anhänger zu eliminieren.

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