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Die unterschätzte Gefahr

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erstellt am 19.Mai.2010 | 07:15 Uhr

"Meist sind es Hunde mit wenig Selbstbewusstsein, die aus Verunsicherung aggressives Verhalten entwickeln", sagt Hundecoach Martin Rütter aus Erftstadt (Nordrhein-Westfalen). Vor allem sensible Hunde gerieten aus dem Gleichgewicht, wenn sie den Eindruck vermittelt bekommen, in "ihrem Rudel die Funktion des Leittieres übernehmen zu müssen". Dies geschieht, wenn die menschlichen Rudelmitglieder nicht klar genug sagen, wo es langgeht.

"Ich merke, dass ich mit meinem Tier ein Dominanz-Problem habe, wenn es immer mehr Spielregeln der Beziehung bestimmt", sagt die Hundetrainerin Perdita Lübbe aus Griesheim (Hessen). Viele Hunde setzten sich dominant über ihre Menschen hinweg - dies müsse aber lange nicht bedeuten, dass die Tiere auch aggressiv werden.

Ein charakterlich schwächeres Tier fühle sich jedoch schnell überfordert, werde unsicher und reagiere deshalb womöglich aggressiv. Bei solchen Tieren ist es laut Lübbe wichtig, auf erste Alarmsignale zu achten. Dazu könnte etwa zählen, dass das Tier den Menschen beim Spazierengehen wegschiebt, sich vor den Zweibeiner stellt - und somit den Weg versperrt. Der Grund für ein Ungleichgewicht in der Mensch-Hund-Beziehung liege immer beim Herrchen, das etwa die Körpersprache seines Gefährten nicht lesen kann. Halter achteten oft viel zu wenig auf feine Unmutsäußerungen, sagt Lübbe. "Kein Hund knappt oder beißt ohne Vorwarnung."

Die Gefahr durch Hunde wird gerade in Familien unterschätzt. "Hund und Kind sollten nicht eine Sekunde allein gelassen werden", sagt die Berliner Psychologin Gabriele Zuske. "Hunde sind und bleiben Raubtiere."

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